#25 Heimrennen / Home Race

ENGLISH VERSION BELOW

Hallo zusammen, hier jetzt mein Rennbericht vom Rennen heute in Östersund

Insgesamt waren auf der 42km Strecke knapp 190 Fahrer am Start. Ich habe mir dann mal die Vasalaufaufkleber auf den Skiern angeschaut (man bekommt beim Vasalauf nämlich einen Aufkleber für die Ski mit seiner Startnummer, um zu verhindern dass die Leute ihren Ski im Rennen wechseln) und mich irgendwo zwischen den 3.000 und 4.000er Nummern aufgestellt, da ich mir gedacht habe, dass das ziemlich genau passen müsste. So stand ich etwa in der Mitte des Feldes und das war auch ganz gut so. Ich war mir ja sicher, dass ich die Strecke ziemlich gut kenne und entsprechend frohen Mutes (das sollte sich später noch ein wenig ändern).

Nach dem Startschuss ging es so schnell los, wie ich es noch nie erlebt habe – mein Puls ist innerhalb von etwa 10 Sekunden von 90 auf 155 hochgeschossen – und das auf der Gerade. Ich habe eben mal nachgeschaut – bin direkt nach dem Start mit 24km/h gefahren – das ist für mich schon fast Maximalgeschwindigkeit auf der Ebene. Danach ging es den Berg hoch und ich konnte im Doppelstock gut mit den Diagonalfahrern mithalten. Insgesamt war das Tempo allerdings ziemlich hoch. Ich bin die Runde im Training mal schnell gefahren und kam da mit einer 4:02 pro km raus (das entspricht etwa 15km/h). Heute hatte ich nach 5km eine Zeit von 3:36 pro km auf der Uhr (des entspricht etwa 16,7km/h). Insgesamt waren auf den 5km dabei 85hm zu überwinden (hoch aber wie das auf einer Runde ist auch wieder runter). Danach ging es eine Runde durchs Stadion und dann auf die 18,5km Runde. Dabei ging es erst einmal eine Weile bergab, wo ich von einigen überholt wurde. Wohl nicht unbedingt weil mein Ski schlecht lief, sondern weil ich einfach nicht so gut Ski laufe wie die Schweden und entsprechend nicht so Plan auf dem Ski stehe (es gab nämlich auf der Bergabpassage keine Spuren). Ich wusste, dass es nach einer relativ flachen Passage dann den großen Anstieg zu bewältigen galt. Also die Gunst der Stunde genutzt und aus meinem Trinkgurt mit Schlauch getrunken – ähhh, nein! Mundstück eingefroren. Schöner Scheiß, da wusste ich dann schon, dass es wohl nicht so wie geplant mit der Energiezufuhr klappen würde. Den Anstieg bin ich im Training schon ein paar mal hochgeschoben, sollte also kein Problem darstellen – aber irgendwie war das heute nicht so wie ich mir das vorgestellt habe. Ich habe mich etwas schlapp gefühlt und war dann auch nicht so schnell wie ich gehofft hatte. Dann war die letzte Kurve da bevor es wieder flach wird und ich habe nochmal richtig reingehauen, um oben festzustellen, dass die Strecke nicht so verläuft wie ich gedacht hatte und ich sah mich dem steilsten Anstieg gegenüber – schade bloß, dass mein Puls schon fast auf Anschlag war. Entsprechend langsam ging es dann da hoch. Oben angekommen war es dann eine schöne Abfahrt bevor es wieder anständig hochging. Das besondere bei diesem Rennen war, dass der Gesamtanstieg gar nicht so schlimm war, es aber immer wieder mal echt steile Abfahrten gab mit steilen Anstiegen direkt danach. Da gab es bei mir heute dann zwei Probleme – erstens waren die meisten steilen Abfahrten ohne Spur. Das muss ich noch üben. Da wurde ich regelmäßig überholt – das wäre nicht das Problem gewesen. Das Hauptproblem ist dann, dass man mit zu wenig Geschwindigkeit in den Gegenanstieg kommt und entsprechend deutlich mehr arbeiten muss als die anderen. Aber ich will ja nicht meckern – ich fahre ja noch nicht so wahnsinnig lang Langlauf und dafür war es schon ganz gut. Und zweitens hat mir am Berg etwas an Kraft gefehlt. Speziell in der zweiten Runde, was wohl mit der fehlenden Energiezufuhr zu tun hatte. Insgesamt habe ich dann auf der Ebene die meisten, die mich bergab überholt haben, wieder ein- und überholt.

Irgendwann habe ich dann aber gemerkt, dass mir so etwas die Energie ausgeht – an den Verpflegungsstationen gab es auch nur Wasser und Tee, bis auf einer wo es auch einen Sportdrink gab. Leider hatte ich außer meinem eingefrorenen Trinkschlauch nichts dabei und direkt aus der Trinkblase wollte ich auch nicht trinken, denn bis ich das geschafft hätte wäre einige Zeit ins Land gezogen. Je länger das Rennen dann ging, desto mehr habe ich gemerkt, dass ich langsam explodiere – hatte keine Power mehr bei den Bergaufpassagen und auch auf der Ebene konnte ich die Leute nicht mehr so einholen wie am Anfang. Aber ich habe zumindest über die ganzen Zwischenzeiten ziemlich genau meine Position gehalten.

Insgesamt gehe ich nicht davon aus, dass ich mich mit diesem Rennen in der Startgruppe verbessern konnte, aber noch habe ich ja zwei Möglichkeiten und um ehrlich zu sein ist Startgruppe 4 auch schon ganz schön gut für mich. Am Ende steht Platz 99 von 185 in den Büchern…und wieder der beste Deutsche – dieses mal war sogar noch ein zweiter am Start 🙂

Lehren aus dem Rennen:

1) Irgendwas machen, dass der Trinkschlauch nicht einfriert

2) Die Krafteinheiten der nächsten Wochen werden mir helfen

3) Bergab neben der Spur fahren üben

4) Auf der Ebene passt mein Speed / Bergauf eigentlich auch, nur heute war es etwas schwer (vielleicht hat sich mein alter Körper nicht ausreichend regeneriert in der Woche seit dem letzten Rennen)

5) Es hat trotzdem so richtig BOCK gemacht

Hier noch ein paar Bilder von vor dem Start

ENGLISH VERSION

Hello together, here now my race report from the race today in Östersund

In total there were about 190 starters on the 42km track. I looked at the vasaloppet stickers on the skis (you get a sticker for the skis with your start number to prevent people from changing skis in the race) and put myself somewhere between the 3.000 and 4.000 numbers, because I thought that should fit pretty good. So I was standing in the middle of the field and that was quite good. I was sure that I knew the track quite well and was looking forward to the race accordingly (that should change a bit later).

After the starting signal the field was as fast as I had never experienced before – my pulse shot up from 90 to 155 within about 10 seconds – and that on the straight. I just checked – I drove directly after the start with 24km/h – this is for me almost maximum speed on the flat. Then it went up the hill and I was able to keep up with the diagonal riders using the double poleing technique. All in all the pace was quite high. I drove the lap fast in training once and came out with a 4:02 per km (that’s about 15km/h). Today I had after 5km a time of 3:36 per km on the clock (that corresponds to about 16,7km/h). Altogether there were 85hm to overcome on the 5km (up but like that on a lap is also down again). After that I went through the stadium for one lap and then on to the 18,5km lap. First it went downhill for a while, where I was overtaken by some. Probably not necessarily because my ski ran badly, but because I simply do not ski as well as the Swedes and accordingly do not stand so plan on the ski (there were no tracks on the downhill passage). I knew that after a relatively flat passage I had to cope with the big ascent. So I used the opportunity of the hour and drank from my drinking belt with hose – uhhh, no! Mouthpiece frozen. Shit, then I already knew that it would probably not work as planned with the energy supply. I’ve already pushed up the ascent a few times in training, so it shouldn’t be a problem – but somehow it wasn’t as I imagined it to be today. I felt a bit tired and wasn’t as fast as I had hoped. Then there was the last turn before it was flat again and I really hit it just to find out that the course was not as I had thought and I was facing the steepest ascent – just too bad that my pulse was almost at the maximum. Slowly I went up there. Arrived at the top it was then a nice descent before it went up again. The special thing about this race was that the total ascent wasn’t that bad, but there were sometimes really steep descents with steep climbs right after. There were two problems with me today – first of all most steep descents were without tracks. I still have to practice that. There I was regularly passed – that wouldn’t have been the problem. The main problem is that you have to work much more than the others to get into the counter climb with too little speed. But I don’t want to complain – I don’t do cross country skiing so incredibly long yet and it was quite good for that. And secondly, I lacked some strength on the uphills. Especially in the second lap, which probably had something to do with the lack of energy. All in all, on the plain I overtook most of those who overtook me downhill.

At some point I noticed that I was running out of energy – at the refreshment stations there was only water and tea, except for one where there was a sports drink. Unfortunately I didn’t have anything except my frozen drinking tube and I didn’t want to drink directly from the drinking bladder, because I would have taken too much time. The longer the race went, the more I noticed that I was slowly exploding – had no more power on the uphill passages and also on the flat I couldn’t catch up with the people as I did at the beginning. But at least over the whole intermediate times I held my position pretty much exactly.

All in all I don’t think that I could improve with this race in the starting group, but I still have two possibilities and to be honest starting group 4 is already pretty good for me. At the end there is place 99 of 185 in the books…and again the best German – this time there was even a second one at the start 🙂

Lessons Learned from the race:

1) Do something to prevent the drinking tube from freezing

2) The power units of the next weeks will help me

3) Practice going downhill outside the tracks

4) On the level my speed / uphill actually fits too, only today it was a bit hard (maybe my old body hasn’t regenerated sufficiently in the week since the last race)

5) It still was FUN

Here some pictures from before the start

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#24 Rückblick…Ausblick / Review…Outlook

ENGLISH VERSION BELOW

Hier noch mal ein kleiner Rückblick auf das Rennen bzw. was das Ergebnis bedeutet hat und ein Ausblick auf das Rennen am kommenden Sonntag hier in Östersund. Inzwischen wurde die Setztabelle des Vasalaufs aktualisiert. Diese seht ihr hier auf dem Bild.

Setztabelle mit meinem Rennen – Föllingeloppet

Mit meiner Zeit von 2h54min habe ich mich also für Startgruppe 4 qualifizieren können. Im Rückblick ist es natürlich etwas ärgerlich, dass das Rennen nicht optimal gelaufen ist, denn ggf. wäre sogar Startgruppe 3 drin gewesen. Aber was genau bedeuten diese Startgruppen jetzt eigentlich. Auf dem Bild könnt ihr sehen wie viele Starter je Startgruppe stehen. Und wenn man sich das Startvideo vor Augen führt ist jeder Platz weiter vorne Gold wert…

Starter je Startgruppe

Mit Startgruppe 3 hätte ich es also geschafft weitere 1.200 Mitläufer am Start hinter mir zu haben. Aber es ist jetzt unsinnig dem nachzutrauern, sondern jetzt gilt die volle Konzentration auf mein „Heimrennen“ am kommenden Sonntag. Heute war die letzte Trainingseinheit und es war auch heute noch ziemlich kalt – die Bilder sind allerdings vom Mittwoch.

Am Sonntag wird dann auch Oskar Kardin aus Östersund am Start sein. Einer der aktuell besten schwedischen Langdistanzläufer. Er geht damit sicher als einer der Favoriten ins Rennen und ich werde versuchen so wenig Zeit wie möglich auf ihn zu verlieren und mich vielleicht in diesem Rennen für Startgruppe 3 zu qualifizieren – ich werde berichten. Hier seht ihr dann auch das Streckenprofil, das ich aus meinen einzelnen Trainingseinheiten hier zusammengestellt habe. Es gibt euch vielleicht einen kleinen Eindruck von dem was mich erwartet. Gestern hat es mich auf einer Abfahrt bei knapp 50km/h zerlegt – es ist aber nichts passiert. Wollen wir mal hoffen, dass mir das im Rennen nicht passiert…

Streckenprofil

Jetzt heißt es also bis zum Sonntag zu regenerieren und dann Vollgas zu geben. Drückt mir die Daumen. Start des Rennens ist am Sonntag um 10:00 Uhr. Ich melde mich im Nachgang….

ENGLISH VERSION

Here again a small review of the race or better what the result meant and a preview of the race next Sunday here in Östersund. In the meantime the seeding table of the Vasalauf has been updated. You can see it here on the picture.

Seeding table with my race – Föllingeloppet

With my time of 2h54min I qualified for start group 4. Looking back, it’s a bit annoying that the race didn’t run optimally, because it might even have been start group 3. But what exactly do these starting groups actually mean now? On the picture you can see how many starters are in each starting group. And if you look at the start video, every place further ahead is worth its weight in gold…

Starter for each start group

With starting group 3 I would have managed to have another 1.200 starters behind me at the start. But now it’s not worth it to mourn it, but now I have to concentrate on my „home race“ next Sunday. Today was the last training session and it was still quite cold today – but the pictures are from Wednesday.-12 degrees

On Sunday Oskar Kardin from Östersund will also be at the start. Currently on of the best Swedish long distance skiers. He will certainly be one of the favourites and I will try to lose as little time as possible on him and maybe qualify for start group 3 in this race – I will report. Here you can also see the track profile, which I have put together from my individual training sessions here. It might give you a small impression of what awaits me. Yesterday I crashed on a downhill at 50km/h – but nothing happened. Let’s hope that this doesn’t happen to me during the race…

Course profile

Now it’s time to regenerate until Sunday and then to go full throttle. Keep your fingers crossed for me. Start of the race is on Sunday at 10:00 o’clock. I’ll get back to you in the aftermath….

#23 Das erste Rennen / The first race

ENGLISH VERSION BELOW

Jetzt ist es also geschafft, das erste Rennen in Schweden auf meinem Weg zum Nordenskiöldsloppet – und bin ich zufrieden? Das könnt ihr weiter unten lesen. Ich will den Spannungsbogen noch etwas aufrecht erhalten und möchte den Tag chronologisch beleuchten.

Nach einer recht unruhigen Nacht bin ich ich, für meine hiesigen Verhältnisse, mitten in der Nacht aufgestanden – OK, es war 7 Uhr, also nicht so dramatisch. Meine Sachen hatte ich, natürlich, wie es sich für einen ehemaligen Fertigungsplaner und Projektmanager gehört, am Vorabend zusammengesucht und in Taschen gepackt. Da es am Start/Ziel des Rennens Umkleidekabinen gab war es nicht notwendig, dass ich schon meinen wahnsinnig sexy hautengen Rennanzug angezogen habe… Ich habe mir dann ausreichend Zeit gelassen, um zu frühstücken. Das fällt mir an einem Rennmorgen wegen der Aufregung immer etwas schwer, da ich in der Regel keinen Appetit habe. Ich habe mich für Brötchen mit Erdnussbutter, Blaubeermarmelade und Bananenscheiben entschieden. Also wenn das nicht lecker ist….dazu zwei Tassen Kaffee und es konnte losgehen

Frühstück

Föllinge, der Ort an dem das Rennen stattgefunden hat, liegt etwa 70km nördlich von Östersund und so hatte ich auf der Fahrt ausreichend Zeit meinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Es war ja nicht nur das erste Rennen hier in Schweden sondern auch mit Abstand das kleinste Rennen, an dem ich jemals teilgenommen habe. Auf meiner Distanz waren nur etwa 85 Teilnehmer am Start und beim Blick in die Startliste am Vorabend musste ich feststellen, dass ALLE bis auf einen für einen Langlaufverein am Start waren – das hat meine Zuversicht nicht unbedingt gestärkt. Ich habe dann auf der Fahrt lange hin-und herüberlegt wo ich mich denn ungefähr in der Startaufstellung platzieren sollte, kam aber zum Schluss, dass ich das ganz spontan mache.

Als ich in Föllinge angekommen bin habe ich mich erst einmal etwas umgeschaut und ein Grußvideo für zu Hause aufgenommen. Den Gruß gibt es bei Instagram zu sehen, wo ihr mich jetzt unter ungercarsten auch findet.

Im Anschluss habe ich noch meine Startgebühr entrichtet, meine Startnummer abgeholt und mich umgezogen. Da wurde mir irgendwie immer mulmiger, da, wie befürchtet, alle sehr sehr sportlich aussahen. Aber nun gab es definitiv kein Zurück mehr und letztlich bin ich ja deswegen nach Schweden gekommen. Also – Kopfhörer auf und ab zum Warm machen.

Vor dem Warmmachen – das Ding an meiner Schulter ist mein Trinkschlauch

Nachdem ich mich ausreichend warm gemacht hatte habe ich meine Ski dann ungefähr in der Mitte aller Starter hingelegt, was im Nachhinein wohl ganz gut war, bzw. gewesen wäre – aber dazu später noch mehr. Die Zeit bis zum Start habe ich dann mit Musik hören verbracht und damit mir noch einen leckeren Riegel einzuverleiben. Als noch etwa 10 Minuten bis zum Start waren habe ich mich dann ein letztes Mal mit meinen Skistöcken etwas warm gemacht – die Ski müssen am Startplatz liegen bleiben, sonst ist der nämlich weg. Und dann war es soweit. Der Sprecher sagte, dass es noch zwei Minuten bis zum Start sind und ich hatte das Gefühl, dass mein Puls schon auf Anschlag war – war aber gar nicht so. Ein Blick auf die Uhr zeigte mir, dass er bei 85 Schlägen pro Minute lag. Das ist jedoch trotzdem ganz schön hoch, wenn man bedenkt, dass mein Ruhepuls etwa bei 45 liegt. Und dann ging es los! Für mich allerdings nicht so sehr weit! Nach etwa 100m kam es auf meiner Spur zu einer kleinen Karambolage aus 4 oder 5 Fahrern, bei der ein Stock zu Bruch ging (zum Glück nicht meiner) und einer der Fahrer seinen Trinkgurt verlor. Also hieß es erst einmal warten bis alle wieder auf den Beinen waren und es weiterging. Aber schon wieder ging es für mich nicht wirklich weiter, denn ich hatte, wie immer ich das geschafft hatte den Trinkgurt des einen Fahrers mit dem Ski aufgesammelt und nachdem ich mir so viel Mühe mit dem Wachsen gegeben hatte war es nicht sinnvoll mit diesem Gurt am Ski weiterzufahren :-). Es ist allerdings recht schwer im Getümmel des Starts die Ruhe zu finden den Gurt zu entfernen. Statt dessen habe ich hektisch herumgefummelt und es dann irgendwann geschafft den Ski wieder frei zu bekommen. Das hatte mich alles in allem etwas über 1 Minute gekostet. Zeitmäßig ist das bei einem Rennen über 44km natürlich nicht unbedingt relevant könnte man meinen. Allerdings bestand das Problem eher darin, dass ich mich jetzt ganz hinten befunden habe. Das erzeugt gleich zwei Probleme. Erstens muss man alle langsamen Fahrer überholen – das war recht schwierig, da es die meiste Zeit nur eine Spur gab und neben dieser recht viel neuer Schnee lag was das Überholen, auch wenn man eigentlich deutlich schneller ist als der Vordermann, zu einem echten Kraftakt macht. Zweitens, und das ist das eigentliche Problem, findet man keine Gruppe mit der man fahren kann. So habe ich dann das Rennen für mich ganz allein bestreiten müssen, immer mal wieder einen oder zwei Fahrer überholen, aber ansonsten allein. Und das macht es dann schwer ein konstant hohes Tempo zu halten. Aber es hat meinen Kopf trainiert und den werde ich auf den 220km sicher genug brauchen… Das Ganze klingt jetzt vielleicht etwas sehr negativ, das soll es aber nicht. Denn ich hatte trotzdem ein wirklich tolles Rennen und habe (fast) jede Minute genossen. Und ich habe deutlich gespürt, dass das Training Wirkung zeigt. Ich hatte mich ja entschlossen das Rennen per Doppelstock zu bestreiten, also keinen Steigwachs aufzutragen, und das hat auch wirklich gut geklappt. Ich konnte alle Steigungen hochschieben, wenngleich mir an der ein oder anderen Stelle noch etwas „Bums“ gefehlt hat und von der Ausdauer war es auch wirklich gut. Aber mein Trainer ist guter Dinge, dass wir das auch noch in den Griff bekommen

Das Streckenprofil

Alles in allem ein verheißungsvoller Auftakt mit kleinen Schönheitsfehlern. Jetzt heißt es Kräfte sammeln bis zum Sonntag wo das nächste Rennen ansteht – dieses mal hier vor Ort in Östersund über 42 km – ich werde mich sicher vorher nochmal melden – auch wenn ich weiß, für welche Startgruppe beim Vasalauf das nun gereicht hat. Oh jetzt hätte ich fast versäumt zu schreiben wie denn meine Zeit war. Also der Sieger war nach 2h13 im Ziel und ich habe in Summe 2h54 gebraucht – nicht überragend, aber sicher eine Basis auf der man Aufbauen kann. Eine Platzierung weiß ich leider nicht, aber das ist letztlich auch egal.

ENGLISH VERSION

Now it is done, the first race in Sweden on my way to the Nordenskiöldsloppet – and am I satisfied? You can read more about this below. I want to keep the suspense a little longer and would like to describe the day chronologically.

After a rather restless night I got up in the middle of the night – OK, it was 7 o’clock, so not so dramatic. As a former production planner and project manager, I had collected my things the evening before and packed them into bags. Since there were dressing rooms at the start/finish of the race, it was not necessary that I had already put on my incredibly sexy, skin-tight race suit… I then took enough time to have breakfast. This is always a bit difficult for me on a race morning because of the excitement, as I usually have no appetite. I have decided for rolls with peanut butter, blueberry jam and banana slices. So if that’s not tasty….plus two cups of coffee and you could go

Breakfast

Föllinge, the place where the race took place, is about 70km north of Östersund and so I had enough time to let my thoughts run free during the drive. It was not only the first race here in Sweden but also by far the smallest race I have ever taken part in. On my distance there were only about 85 participants at the start and when looking at the starting list the evening before I had to find out that ALLE except for one were at the start for a cross-country skiing club – this did not necessarily strengthen my confidence. During the drive I thought about where to place myself on the starting grid, but came to the conclusion that I do it spontaneously.

When I arrived in Föllinge I took a look around and recorded a greeting video for my friends home. You can see the greeting at Instagram, where you can now find me under ungercarsten.

Afterwards I paid my starting fee, picked up my starting number and changed my clothes. Somehow I became more and more uneasy, because, as feared, everyone looked very sporty. But now there was definitely no turning back and that’s why I came to Sweden. So – headphones up and down to warm up.

Before warming up – that thing on my shoulder is my drinking tube

After I had warmed up sufficiently, I put my skis down in the middle of all the starters, which was probably quite good in retrospect or at least would have been – but more about that later. I spent the time up to the start listening to music and eating an energy bar. When it was about 10 minutes to the start I warmed up a last time with my ski poles – the skis have to stay at the starting place, otherwise it is gone. And then it was time. The speaker said that there are still two minutes to the start and I had the feeling that my pulse was already at the roof – but it wasn’t like that. A look at the watch showed me that it was at 85 beats per minute. But that’s still quite high when you consider that my resting pulse is about 45. And then it started! But not so far for me! After about 100m there was a small collision of 4 or 5 skiers on my track, where a pole broke (luckily not mine) and one of the guys lost his drinking belt. So I had to wait until everyone was back on their feet and it went on. But again it didn’t really go on for me, because I had collected the drinking belt of one skier with my skis, however I had managed it, and after I had put so much effort into waxing it was not useful to continue skiing with this belt :-). However, it is quite difficult to find calmness in the turmoil of the start to remove the belt. Instead I fumbled around hectically and managed to get the ski free again sometime. All in all this had cost me more than 1 minute. In a race over 44km this is of course not really relevant in terms of time. But the problem was rather that I was now at the back. That causes two problems. First you have to overtake all slow drivers – that was quite difficult, there was only one track most of the time and next to this a lot of new snow which makes overtaking, even if you are actually much faster than the driver in front, a real feat of strength. Secondly, and this is the real problem, you can’t find a group to ski with. So I had to do the race on my own, overtaking one or two riders every now and then, but otherwise on my own. And that makes it difficult to maintain a constant high pace. But it has trained my head and I will need it surely enough on the 220km… The whole thing might sound a bit negative, but it’s not supposed to. Because I still had a really great race and enjoyed (almost) every minute. And I clearly felt that the training was having an effect. I had decided to do the race with double poleing, so I didn’t have to put on any kick wax, and that worked really well. I was able to push up all the gradients, even though I still missed some „power“ at one point or another and it was really good from the endurance. But my trainer is confident that we can get a handle on it.

Track profile

All in all a promising start with small blemishes. Now it’s time to gather strength until Sunday where the next race is scheduled – this time here in Östersund over 42 km – I’ll certainly get back to you before – especially when I know for which starting group in the vasaloppet that was enough. Oh now I almost forgot to write what my time was. So the winner was at the finish after 2h13 and I needed a total of 2h54 – not outstanding, but surely a base to build on. Unfortunately, I don’t know a placement, but in the end it doesn’t matter.

#22 Letzte Trainingseinheit vor dem ersten Rennen/ Last training session before the first race

ENGLISH VERSION BELOW

So, jetzt bleibt mir nichts anderes mehr übrig, als auf den Sonntag zu warten – und damit das Warten nicht zu grausam wird werde ich Samstag meine Ski final vorbereiten und testen. Leider geht es nicht früher, da erst am Samstag das Wetter ungefähr so ein wird wie am Renntag, aber das passt dann schon… Ansonsten war heute die letzte Trainingseinheit vor dem ersten Qualifikationsrennen am Sonntag. Heute standen 6x8min mit hoher Belastung an und ich war sehr zufrieden damit wie es sich angefühlt hat.

Nach dem letzten Training

Am Sonntag wird die Belastung dann sicher etwas länger sein als 48min, denn dann geht es über 44km. Meine Aufregung ist mit Händen zu greifen. Das liegt nicht nur daran, dass es nach vielen Monaten des Trainings endlich losgeht, sondern auch daran, dass ich ein Rennen in Schweden fahre und irgendwie alle um mich herum wahnsinnig schnell zu sein scheinen. Aber ich werde versuchen mich ganz auf mich selbst zu konzentrieren und einfach meine beste Leistung abzurufen. Und dann sehe ich was dabei herauskommt. Sollte das Ergebnis nicht so sein wie erhofft habe ich ja noch ein paar weitere Rennen, um ggf. dann das umzusetzen was ich an Lehren aus diesem Rennen gezogen habe. Aber das ist noch Zukunftsmusik. Jetzt heißt es mich bis Sonntag zu regenerieren – und die Kohlehydratspeicher aufzufüllen, ohne mich zu „überfressen“. Danke für den Hinweis Coach!!!! Und ihr werdet hier dann natürlich erfahren wie das Rennen gelaufen ist und wie ich mich dabei gefühlt habe. Werde nach dem Rennen kurz das Ergebnis und ein paar Impressionen hochladen.
So viel für heute…

ENGLISH VERSION

So, now I have no choice but to wait for Sunday – and so that the waiting won’t be too cruel, I will prepare and test my skis on Saturday. Unfortunately it won’t be possible sooner, because prior to Saturday the weather won’t be the same as on race day, but that’ll be fine… Otherwise today was the last training session before the first qualifying race on Sunday. Today was 6x8min with high load and I was very satisfied with how it felt.

After the last training session

On Sunday the load will be a bit longer than 48min, because then it will be 44km. My excitement is palpable. That’s not only because it finally starts after many months of training, but also because I’m racing in Sweden and somehow everyone around me seems to be incredibly fast. But I will try to concentrate on myself and just do my best. And then I’ll see what comes out of it. If the result isn’t what I hoped it would be, I’ll have a few more races to implement the lessons I’ve learned from that race. But that’s nothing I want to think about now. Now it’s time to regenerate until Sunday – and replenish the carbohydrate stores without „overeating“ me. Thank you for the hint Coach!!!! And of course you will find out here how the race went and how I felt. I will briefly upload the result and some impressions after the race.
So much for today…

#21 Die Aufregung steigt / The excitement rises

ENGLISH VERSION BELOW

Die Zeit fliegt – jetzt ist es nicht einmal mehr eine Woche bis zum ersten Rennen an dem ich teilnehme, um mir einen guten Startplatz für den Wasalauf zu sichern und einen Anhaltspunkt über meine Fortschritte zu bekommen. DIE AUFREGUNG STEIGT! Nachdem ich gestern nochmal eine lange Einheit auf Ski mit knapp 4h absolviert habe, beginnt jetzt für jeden Sportler die schlimmste Phase – die Phase des Wartens. Denn bis zum Rennen gibt es kaum noch Trainingseinheiten und deshalb hat man arg viel Zeit zum Nachdenken – habe ich genug trainiert, habe ich richtig trainiert, bin ich bereit, wie wachse ich meine Ski und und und. Eigentlich weiß ich dass ich gut vorbereitet bin – aber was bedeutet schon eigentlich? Alles in allem führt das viele Nachdenken in der Regel auch nicht dazu, dass man besonders gut schläft und das wäre für mich eine völlig neue Erfahrung in Schweden, da ich hier bisher stets geschlafen habe wie ein Stein.

Ich habe dann auch noch angefangen mich mit dem Thema „Carboloading“ zu beschäftigen, also dem Auffüllen der Glykogenspeicher im Vorfeld des Wettkampfs – am besten in der Form der Superkompensation, also der Tatsache durch eine gezielte Leerung der Glykogenspeicher den Körper danach dazu zu bringen mehr Glykogen in der Muskulatur einzulagern als vorher. Aber das ist schon eine Wissenschaft für sich und je mehr man darüber liest, desto komplexer wird das ganze Thema. Ich werde euch berichten was ich von den Ansätzen umgesetzt habe, denn wenn man den Empfehlungen Glauben schenken darf, dann ist es das Ziel etwa 10g Kohlehydrate pro kg Körpergewicht in jedem der letzten 3 Tragen vor dem Wettkampf zuzuführen. Das bedeutet bei mir etwa 700g Kohlehydrate pro Tag – wenn man sich nun überlegt, dass Spaghetti eines bekannten italienischen Nudelherstellers etwa 70g Kohlehyrate pro 100g enthalten macht das nach Adam Riese etwa 1kg Nudeln am Tag – hmm, das wird schwer. Natürlich gibt es noch andere Möglichkeiten Kohlehydrate zuzuführen, aber ich wollte hier nur mal einen Anhaltspunkt liefern was das bedeutet. Wie gesagt, ich werde berichten was und wie ich es umgesetzt habe. Spannend ist es auf alle Fälle. Vielleicht liest ja der ein oder andere Sportler diesen Eintrag und kann mir seine Erfahrungen in den Kommentaren schildern.

Die letzten Tage vor dem Wettkampf werde ich dann, da ich ja viel Zeit habe, unter anderem damit verbringen meine Ski zu wachsen und zu testen. Da bin ich wieder wahnsinnnig froh, dass es die tolle Wachshütte am Skistadion gibt, wo man völlig entspannt und vor allem im Warmen seine Ski wachsen kann.

So sieht es aus, wenn ich meine Ski wachse

So bin ich wenigstens gut aufgehoben und mache (hoffentlich) keine Dummheiten. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich das Wetter etwas stabilisiert, denn die letzten Tage, als es in den Alpen meterweise Neuschnee gegeben hat, hatten wir massives Tauwetter mit bis zu +5°C. Aber ab heute wird es wieder kälter und am Samstag, dem Tag vor dem Rennen, und am Sonntag sollen dann wieder etwa -10°C sein. Entsprechend werde ich wohl bis Samstag mit dem Skitest warten müssen. Und neben Nachdenken und Skiwachsen werde ich hoffentlich wieder etwas intensiver Schwedisch lernen, denn um ehrlich zu sein habe ich da ein wenig geschlampt die letzten Tage 😦

In diesem Sinne freue ich mich über Kommentare, Hinweise und auch Wünsche darüber was euch noch so interessieren würde. Ich schreibe dann gern über die Themen, die für euch von Interesse sind. Ich habe jetzt ja Zeit zum Schreiben… 🙂

ENGLISH VERSION

Time flies – now it’s not even a week to the first race I’m going to take part in to get a good starting place for the Vasaloppet and a clue about my progress. THE EXCITEMENT IS RISING! Yesterday I did another long session on skis with almost 4 hours and now the worst phase begins for every athlete – the waiting phase. Until the race there are hardly any training sessions left and that’s why you have a lot of time to think – have I trained enough, have I trained correctly, am I ready, how do I wax my skis and and and and. Actually I know that I am well prepared – but what does actually mean? All in all, thinking a lot usually doesn’t mean that you sleep very well and that would be a completely new experience for me in Sweden, as I have always slept here like a stone.

I also started to deal with the topic „Carboloading“, i.e. the filling of the glycogen storage prior to the competition – best in the form of supercompensation, i.e. the fact of a targeted emptying of the glycogen storage to get the body afterwards to store more glycogen in the muscles than before. But this is a science in itself and the more you read about it, the more complex the whole topic becomes. I’ll tell you what I’ve done with the approaches, because if you can believe the recommendations, the goal is to get about 10g of carbohydrates per kg of body weight in each of the last 3 days before the competition. That means for me about 700g carbohydrates per day – if you now consider that spaghetti of a well-known Italian pasta manufacturer contain about 70g carbohydrates per 100g makes that about 1kg pasta per day – hmm, that will be hard. Of course there are other ways to add carbohydrates, but I just wanted to give you a clue what that means. As I said, I will tell you what I did and how I did it. It is exciting in any case. Maybe the one or other athlete reads this entry and can tell me his experiences in the comments.

The last days before the competition I will spend, because I have a lot of time, among other things to wax and test my skis. I am very happy that there is a great wax hut at the ski stadium, where I can wax my skis completely relaxed and especially in teh warmth.

This is how it looks like, when I wax my skis

At least I’m in good hands that way and (hopefully) don’t do anything stupid. It only remains to hope that the weather will stabilize a bit, because the last days, when there was fresh snow by the meter in the Alps, we had massive thaw with up to 5°C. But from today it gets colder again and on Saturday the day before the race and on Sunday it should be about -10°C again. Accordingly I will have to wait until Saturday with the ski test. And besides thinking and ski waxing I will hopefully learn some more Swedish, because to be honest I have been slopping a bit the last days 😦

In this sense I am happy about comments, hints and also wishes about what you would be interested in. I will be happy to write about the topics that are of interest to you. Now I have time to write… 🙂

#20 Veränderung / Change

ENGLISH VERSION BELOW

Heute wieder ein recht kurzer Eintrag – dieses mal zum Thema Veränderung. Von welcher Veränderung spreche ich hier – nun eigentlich sind es drei Arten der Veränderung:

  • Veränderung der Fitness
  • Veränderung der inneren Einstellung
  • Veränderung des Äußeren

Beginnen wir mit der Veränderung der Fitness – nun es wäre schlecht, wenn sich die Fitness nicht verändern würde. Und zwar zum Positiven. Es wäre natürlich möglich, dass durch Übertraining genau das Gegenteil passiert, aber dafür habe ich ja einen Trainer, der mit seinem Plan darauf achtet, dass ich nicht in diese Falle tappe. Und wie in der Zusammenfassung des ersten Monats Schweden im letzten Blogeintrag schon geschrieben: „Ich glaube ich werde schneller und ausdauernder“. Woran zeigt sich das? Natürlich unter anderem daran, dass ich die durchschnittliche Pace bei meinen Einheiten kontinuierlich reduzieren konnte (und damit die Geschwindigkeit steigern). Das kann selbstverständlich an den Bedingungen liegen, aber letztlich habe ich einfach das Gefühl, dass es voran geht. Und es wäre schon sehr verwunderlich, wenn die Bedingungen immer nur besser würden. Und speziell an den Anstiegen merke ich, wie ich zum einen schneller hinauf komme und zum anderen der Puls dabei deutlich weiter unten bleibt. Jetzt dauert es ja nicht mehr lang bis zum ersten Rennen hier in Schweden und dann werde ich hoffentlich sehen, ob mein Gefühl der Wahrheit entspricht. Drückt mir die Daumen.

Nun zur Veränderung der inneren Einstellung – dieser Punkt ist deutlich schwieriger zu beschreiben. Ich versuche es aber trotzdem. Ich möchte hier gar nicht darauf eingehen, dass mir aktuell natürlich ganz andere Dinge wichtig sind, als dies der Fall ist, wenn ich zur Arbeit gehe. Wenngleich ich selbstverständlich viel darüber nachdenke, was genau die wichtigsten Themen im Leben sind und an welcher Stelle hier Familie, Freunde, Zeit, Gesundheit, Arbeit und Geld stehen. Und natürlich verschieben sich hier die Prioritäten, aber das kann auch wieder ganz anderes werden – deshalb will ich es nicht überbewerten. Die Veränderung, die ich mit innerer Einstellung meine, ist eher das Verständnis meiner „Sportleridentität“. Habe ich mich vor meiner Schwedenzeit als jemand gesehen, der auch Langlauf macht, so sehe ich mich inzwischen als Langläufer. Als (immer noch) relativ schlechter zwar, im Vergleich zu den hier trainierenden Sportlern, aber immerhin als Langläufer. Dies geht einher mit einem gesteigerten Selbstbewusstsein auf der Loipe. Und bekanntermaßen ist das Selbstbewusstsein der Boden auf dem Erfolg erst gedeihen kann – deshalb freue ich mich sehr, dass ich diese Veränderung an mir wahrnehme, denn sie bringt mich wieder ein Stück näher ans Ziel in Jokkmokk, wenngleich ich nach wie vor Zweifel habe, ob ich diese Herausforderung werde meistern können. Ob meine gerade wachsende Sportleridentität wieder einen Knacks bekommt hängt auch vom Ergebnis der ersten Rennen hier ab – aber davon berichte ich dann, wenn es soweit ist. Soviel zur inneren Veränderung. Bleibt noch die dritte Form der Veränderung.

Die äußere Veränderung – hier ist nicht gemeint, dass ich einen Wahnsinnssixpack bekommen habe und statt zurück zu Bosch zu gehen bei den Chippendales anfange, wenn ich wieder in Deutschland bin, sondern die äußere Veränderung, die zur neuen Sportleridentität passt. Es ist ein bisschen wie ein Superheldenkostüm – das äußere Erscheinungsbild muss zur inneren Überzeugung passen. Als bestes Beispiel sei hier auf Robert De Niro in Taxi Driver verwiesen, dessen Aussehen sich im Film nachhaltig verändert. Die Entscheidung ob seine innere Identität die Richtige ist möchte ich an dieser Stelle jedem selbst überlassen. Es zeigt nur einfach, dass die innere Einstellung und das Aussehen im Idealfall irgendwie zusammenpassen sollten.
Und ich hatte das Gefühl, dass ein Seitenscheitel nicht zu jemandem passt, der das vorhat, was ich vorhabe und entsprechend habe ich hier auch etwas verändert. Damit fügt sich aus meiner Sicht ein weiteres Puzzlestück ins Gesamtgefüge…

ENGLISH VERSION

Today again a pretty short entry – this time about change. What kind of change am I talking about here – now actually there are three different aspects of change:

  • Change in fitness
  • Change in inner attitude
  • Change in appearance

Let’s start with the change in fitness – now it would be bad if fitness didn’t change. And for the better. Of course it would be possible that exactly the opposite would happen through overtraining, but I have a trainer who makes sure with his plan that I don’t fall into this trap. And as already written in the summary of the first month Sweden in the last blog entry: ‚I think I’m getting faster and more persistent.‘ What shows that? Among other things, of course, I was able to continuously reduce the average pace of my units (and thus increase the speed). Of course this can be due to the conditions, but in the end I just have the feeling that things are going well. And it would be quite astonishing if the conditions just got better and better. And especially on the ascents I notice how I get up faster on the one hand and on the other hand my heart rate stays much lower on the other hand. Now it won’t be long before the first race here in Sweden and then I’ll hopefully see if my feeling is true. Keep your fingers crossed for me.

Now to change of the inner attitude – this point is much more difficult to describe. But I try it anyway. I don’t want to go into the fact, that currently other things are important to me, than this is the case when I go to work. Although, of course, I think a lot about what the most important topics in life are and where family, friends, time, health, work and money stand. And of course the priorities are changing here, but that can be quite different again – so I don’t want to overrate it. The change, which I mean with inner attitude, is rather the understanding of my „athlete identity“. Before my time in Sweden I saw myself as someone who also does cross-country skiing, so I now see myself as a cross-country skier. As a (still) relatively bad one , compared to the athletes training here, but at least as a cross-country skier. This goes along with an increased self-confidence on the slopes. And it is well known that self-confidence is the ground on which success can flourish – that’s why I’m very happy to see this change in myself, because it brings me a bit closer to my goal in Jokkmokk, although I still have doubts whether I will be able to master this challenge. Whether my growing athlete identity will get a crack again depends on the result of the first races here – but I’ll report on that when the time comes. So much for inner change. The third form of change still remains.

The external change – here it is not meant that I got a crazy six-pack and instead of going back to Bosch I start with the Chippendales when I am back in Germany, but the external change that fits my new athlete identity. It’s a bit like a superhero costume – the outward appearance has to match the inner conviction. The best example of this is Robert De Niro in Taxi Driver, whose appearance changes dramatically in the film. At this point, I would like to leave the decision of whether his inner identity is the right one to each and one of you. It just shows that the inner attitude and the look should fit together somehow in the ideal case.
And I had the feeling that a side parting didn’t fit to someone who was planning what I was planning and accordingly I also changed something here. So from my point of view another piece of the puzzle fits into the overall structure…

#19 Ein Jahr und auch 1 Monat Schweden sind fast vorbei / One year and also one month of sweden are almost over

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So, nun ist es also schon wieder soweit. Ein Jahr ist vorbei – für mich war dieses Jahr und natürlich speziell der letzte Monat ganz besonders. Am Anfang des Jahres schien meine Reise nach Schweden noch so weit weg, aber je weiter das Jahr voranrückte, desto mehr schien die Zeit zu fliegen. Am Ende war es fast so als könne ich all das was ich mir vor Schweden noch vorgenommen hatte gar nicht mehr in die Tat umsetzen – hat aber letztlich dann doch noch alles geklappt.
Ich könnte euch hier sicher die ein oder andere Anekdote aus 2018 schreiben, aber in der Regel ist das für die Lesenden dann doch nicht so spannend – ist irgendwie wie ein Diaabend vom letzten Urlaub. Also konzentriere ich mich im Jahresrückblick auf drei für mich besondere sportliche Erlebnisse.

Die Reise nach Polen und den Rennen des Bieg Piastow. Die Reise war einfach wundervoll – es war das erste mal, dass ich in Polen war und das besondere daran war natürlich nicht die Reise an sich, sondern die wundervollen Menschen mit denen ich die Reise machen durfte – meinem Vater und meiner Stiefmutter, Holm und Steffi (Freunde aus Ludwigsburg) und natürlich Sven und Nadine – meinen tollen Teamkameraden aus dem BU Racing Team. Ihr alle habt diese Reise zu etwas ganz besonderem gemacht. Vielen Dank. Und dann waren dort die Rennen – zum ersten mal ein Nachtrennen bei wirklich eisiger Kälte, das eine echte Erfahrung war. Und dann das Hauptrennen, das außergewöhnlich schön war und auch das bisher erfolgreichste Rennen von Sven und mir. Anbei ein paar Bilder, die vielleicht einen Eindruck vermitteln WIE kalt es beim Nachtrennen gewesen ist. Aber nichtsdestotrotz eine tolle Erfahrung und sicher wird es mir auch helfen, wenn ich beim Nordenskiöldsloppet in der Dunkelheit fahren muss.

Als weiteres sportliches Highlight möchte ich meine ersten Triathlons nennen. Nachdem ich im November 2017 angefangen habe „richtig“ Schwimmen zu lernen war es dann im Sommer soweit, dass ich sowohl eine olympische Distanz als auch eine Mitteldistanz absolviert habe. Bei der olympischen Distanz ging es beim Schwimmen flussabwärts und man musste sich einfach nur treiben lassen – da dachte ich schon ich könnte schwimmen. Ich wurde aber eines besseren belehrt als ich bei der Mitteldistanz geschwommen bin wie ein Stein – nur nicht ganz so schnell. Aber nichtsdestotrotz war auch diese Erfahrung wertvoll und auch wenn ich den Winter über meine volle Konzentration auf den Langlauf lege werde ich im nächsten Jahr wieder ein paar Triathlons in Angriff nehmen und bis dahin hoffentlich etwas besser schwimmen können. Auch hier möchte ich mich bedanken – und zwar bei meinem Vater, meiner Stiefmutter und meinem kleinen Bruder, die extra knapp 600km gefahren sind, um mich in Erlangen zu unterstützen – das bedeutet mir viel! Gewundert hat mich allerdings, dass ich offensichtlich meine Stärke im Laufen und nicht im Radfahren habe – und das ich, der immer gesagt hat: Laufen ist etwas für Menschen, die nichts anderes können…Auch von den beiden Triathlons will ich hier ein paar Eindrücke zeigen.

Und das dritte Erlebnis, von dem ich hier allerdings nur ganz kurz berichten möchte, ist mein erster Marathon. Da es ein „flacher“ Marathon nicht getan hat habe ich mir einen ausgesucht, der etwa 600hm hatte und viel über Wald- und Schotterwege ging. Auch eine sehr schöne Erfahrung und auch hier habe ich vor im nächsten Jahr wieder Einen zu laufen – dieses mal aber einen, der etwas flacher ist und mehr Asphalt bietet. Und hier will ich auch zwei Freunde aus Bamberg nicht unerwähnt lassen, die das eine oder andere der genannten Erlebnisse gemeinsam mit mir erlebt haben – Holger und Uwe – ich freue mich schon auf unsere gemeinsamen Rennen in 2019. Leider habe ich vom Marathon kein Bild, aber glaubt mir – im Ziel sah ich nicht so toll aus 🙂

Damit soll es jetzt genug sein mit den allgemeinen Erinnerungen an 2018 und ich möchte mich dem ersten Monat in Schweden widmen. Hier nur in Stichpunkten, denn ausführlich könnt ihr alles in den anderen Blogeinträgen lesen…

  • Ich bereue nichts – alles ist so wie ich es mir vorgestellt habe, nur noch ein bisschen besser
  • Ich habe schon wirklich nette Menschen getroffen, unter anderem auch Hanna Möller, die hier für 2 Wochen trainiert
  • Schwedisch lesen und sprechen geht sehr viel einfacher als Schwedisch verstehen
  • Ich habe im Dezember schon fast so viel Schneekilometer gesammelt wie in der ganzen letzten Saison
  • Ich glaube ich werde schneller und ausdauernder
  • Ich komme ausgesprochen gut mit mir allein zurecht
  • Ich habe sehr liebe Freunde und Familie, die an mich denken
  • Meine wundervollen Teamkameraden Nadine und Sven haben mir ein Carepaket geschickt
  • Ich bin sehr zufrieden und glücklich und wünsche euch allen, dass ihr einmal etwas ähnliches erleben dürft
  • Schaut doch mal auf den Blog von Haiggy50 – er startet auch beim Rennen (und ist wohl noch etwas verrückter als ich) und er sammelt Spenden für LINC – The Leukemia and Intensive Chemotherapy, wenn ihr also etwas Gutes tun wollt – in seinem Blog gibt es hierzu die Details
  • Oh Gott, nicht mal mehr 90 Tage…

Und zum Abschluss dieses Eintrags möchte ich noch darauf hinweisen, dass am kommenden Donnerstag ein Artikel über mich im Fränkischen Tag erscheinen wird – danke dafür an Tobias Schneider. Für alle, die den Blog lesen und den FT nicht bekommen werde ich einen Link zur Onlineausgabe hier einstellen.

In diesem Sinne: kommt gut ins Jahr 2019, tut nichts was ich nicht auch machen würde!

ENGLISH VERSION

So, here we go again. One year is over – for me this year and especially the last month was very special. At the beginning of the year my trip to Sweden seemed so far away, but the further the year went, the more time seemed to fly. In the end it was almost as if I couldn’t put into practice everything I had planned before Sweden – but in the end everything worked out.
I could certainly write you some anecdotes from 2018 here, but usually it’s not so exciting for the readers – it’s somehow like a slide show from my last holiday. So in my review of the year I concentrate on three special sporting experiences for me.

The trip to Poland and the races of Bieg Piastow. The trip was simply wonderful – it was the first time I was in Poland and the special thing about it was of course not the trip itself, but the wonderful people with whom I was allowed to make the trip – my father and my stepmother, Holm and Steffi friends from Ludwigsburg and of course Sven and Nadine – my great teammates from the BU Racing Team. You all made this trip very special. Thank you very much. And then there were the races – for the first time a night race in really icy cold conditions, which was a real experience. And then the main race, which was exceptionally beautiful and also the most successful race of Sven and me so far. Here are a few pictures that might give you an impression HOW cold it was during the night race. But nevertheless a great experience and surely it will also help me when I have to ski the Nordenskiöldsloppet in the dark.

As another sporting highlight I would like to mention my first triathlons. After I started to learn „real“ swimming in November 2017, it was in the summer that I completed both an Olympic distance and a middle distance. At the Olympic distance, swimming went downstream and you just had to let yourself drift – I thought I could swim. But I was taught a better lesson when I swam like a stone (not as fast though) at the middle distance. But nevertheless this experience was also valuable and even if I put the winter over my full concentration on cross-country skiing I will tackle a couple of triathlons again next year and hopefully be able to swim a little better until then. Also here I would like to thank my father, my stepmother and my little brother who drove almost 600km to support me in Erlangen – that means a lot to me! I was surprised, however, that I obviously have my strength in running and not in cycling – and that I, who has always said: Running is something for people who can’t do anything else…I also want to show some impressions of the two triathlons here.

And the third experience, of which I would like to report here however only very briefly, is my first marathon. Since a „flat“ marathon didn’t do it, I chose one that had about 600hm and went a lot on forest and gravel roads. Also a very nice experience and also here I plan to run another one next year – but this time one that is a bit flatter and offers more asphalt. And here I don’t want to leave unmentioned two friends from Bamberg, who experienced one or the other of the above mentioned experiences together with me – Holger and Uwe – I am already looking forward to our races together in 2019. Unfortunately I don’t have a picture of the marathon, but believe me – at the finish I didn’t look so great 🙂

Now, that’s enough with the general memories of 2018 and I would like to dedicate something to the first month in Sweden. Here only in key points, because you can read everything in detail in the other blog entries…

  • I don’t regret anything – everything is as I imagined it to be, only a little better
  • I’ve already met really nice people, including Hanna Möller, who trained here for 2 weeks
  • Life>Reading and speaking Swedish is much easier than understanding Swedish
  • I collected almost as much snow kilometers in December as in the whole last season
  • I think I’ll be faster and more persistent
  • I’m doing very well with myself alone
  • I have very dear friends and family, who think about me
  • My wonderful teammates Nadine and Sven sent me a care package
  • I am very satisfied and happy and wish you all that you may experience something similar once
  • Have a look at the blog of Haiggy50 – he also starts at the race (and is probably a bit crazier than me) and he collects donations for LINC – The Leukemia and Intensive Chemotherapy, so if you want to do something good – in his blog there are the details
  • Oh God, not even 90 days…

And to conclude this entry I would like to point out that next Thursday an article about me will be published in Fränkischer Tag – thanks to Tobias Schneider. For all who read the blog and don’t get the FT I will post a link to the online edition here.

In this sense: come well into the year 2019 and don’t do anything I wouldn’t!