#40 Das Ziel einer langen Reise erreicht! / The goal of a long journey reached!

ENGLISH VERSION BELOW

Montag – 1.April – nun ist es also geschafft – ich habe das längste Langlaufrennen der Welt bewältigt. Und ich kann nicht viel schreiben – noch zu surreal ist das Ganze. Aber es war das härteste und schönste was ich jemals gemacht habe. Aber tatsächlich hatte ich es mir noch schlimmer vorgestellt – das Gefühl eventuell aufgeben zu müssen hatte ich eigentlich nur zwischen KM 160 und 170. Aber dazu später.
Die Tage vor dem Rennen waren warm – sehr warm und der Schnee schmolz und schmolz. In den Straßen gab es regelrecht Sturzbäche und meine Laune wurde immer schlechter. Ich habe mir schon ausgemalt, dass das Rennen abgesagt werden muss und alles umsonst war. Ganz so schlimm kam es aber zum Glück nicht. Allerdings musste die Strecke etwas angepasst werden – die Gesamtlänge war dadurch jedoch nicht betroffen – es blieben weiterhin 220km!
Es ist sehr schwer die Gedanken, die ich zum Rennen habe, in Worte zu fassen, ich bin tatsächlich emotional zu aufgewühlt, um es zu können. Ich will euch aber ein wenig teilhaben lassen: Am Samstag früh hatte ich mir den Wecker auf 3:00 Uhr gestellt, war aber schon um 2:15 Uhr wach. Ich habe dann in aller Ruhe gefrühstückt und mich vorbereitet. Dann habe ich meinen Vater am Hotel abgeholt und wir sind gemeinsam zum Start gefahren. Am Start habe ich mich noch kurz mit den Läufern des Skimarathon Teams Austria unterhalten, die hier eine Wahnsinnsleistung abgeliefert haben. Dann ging es zum Startbereich – und da wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass es jetzt soweit ist. Ich nehme tatsächlich am längsten Skilanglaufrennen der Welt teil – unglaublich. Trotz der eigentlich milden Temperaturen war es irgendwie empfindlich kalt, was am Wind gelegen hat – der sollte auch noch eine große Rolle spielen. Ich habe noch den ein oder anderen am Start getroffen, den ich bisher nur von Instagram kannte, habe unsinniges Zeug erzählt und war froh, als der Sprecher dann meinte, dass es nur noch 3 Minuten bis zum Start sind.

Dann fiel der Startschuss und die 410 Läufer die es von den 455 angemeldeten, an den Start geschafft hatten setzen sich in Bewegung. Es war ein ganz entspannter Start und man merkte jedem den großen Respekt vor der Distanz an. Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass ich aber mit über 20km/h unterwegs war und ich war von meinem Ski begeistert – als wir dann allerdings um die kleine Halbinsel herumkamen wurde mir mit einem Schlag bewusst, warum ich so schnell war. Ein brutaler Gegenwind schlug mir und allen anderen plötzlich ins Gesicht. Dieser Wind sollte uns eine lange Zeit begleiten. Ich habe dann im Nachgang mal nachgeschaut und er war wohl etwa 25km/h stark, mit Böen bis zu 50km/h. Euch nun das ganze Rennen zu beschreiben wäre unsinnig, da es sicher auch ziemlich langweilig wäre. Aber ein paar Highlights (und Lowlights) will ich euch schon mitteilen. Zu den absoluten Highlights zählen alle Verpflegungspunkte mit so wahnsinnig freundlichen und engagierten Helfern, wie ich es noch nie irgendwo erleben durfte. Besonders hervorzuheben sind aber natürlich die Punkte an denen auch noch mein Vater stand, um mich zu unterstützen. Im Nachhinein tut es mir leid, dass ich das während des Rennens ihm gegenüber nicht genug gewürdigt habe – Danke Papa, das hat mir sehr viel bedeutet! Ein weiteres Highlight war das 90km Schild bei dem ich mir dachte – weiter bin ich noch niemals Ski gefahren. Die erste wirklich sehr harte, mentale, Situation musste ich etwa 7km nach dem Schild 60km / 160km durchleben. Man macht sich schließlich immer so seine Gedanken während des Rennes und stellt sich mental irgendwie auf die restliche Distanz ein. Das hatte ich auch gemacht und als ich dann plötzlich das Schild sah 150km / 70km wurde mir schmerzlich bewusst, dass das erste Schild vom Hinweg war und urplötzlich wurden aus vorgestellten etwas über 50km (ich war ja schließlich schon einige km seit dem letzen Schild gefahren) wieder 70km. Das war ein ziemlicher Schlag ins Kontor. Zu diesem mentalen Tiefschlag kam dann ab km 160 auch ein körperlicher! Ich fühlte mich auf einmal, als hätte mir jemand den Stecker gezogen und ich schleppte mich (gefühlt) mehr, als das ich Ski fuhr zur nächsten Verpflegungsstelle wo ich viel gegessen und zwei WARME RedBull getrunken habe. Danach ging es mir wieder deutlich besser und als ich dann nach 13h das erste Mal meine Stirnlampe anmachen musste war mir klar – du wirst das Ziel erreichen!

Ein besonderes Erlebnis war dann noch, als ich, ganz allein in der Wildnis den Akku meiner Stirnlampe tauschen musste. Als ich den Stecker zog war es plötzlich dunkel – und zwar so dunkel wie ich es noch niemals erlebt habe. Da habe ich mir eine Minute genommen und einfach nur den Sternenhimmel angeschaut und war emotional sehr aufgewühlt! Das nächste emotionale Feuerwerk erlebte ich dann 20km vor dem Ziel, als ich neben einem anderen Fahrer, mit Decke über der Schulter etwas gegessen habe. Mit ihm war ich schon einige Kilometer zusammen gefahren – er schaute mich an und sagte: Are you going home to Jokkmokk now? Als ich erwidert hatte – Yes, it’s time sagte er nur: OK – let’s go together. Während ich das schreibe steigen mir direkt wieder die Tränen in die Augen – wahrscheinlich nur schwer nachzuvollziehen, aber man ist in einer solchen Situation irgendwie anders drauf. Wir sind dann zusammen bis zur letzten Verpflegungsstelle 7km vor dem Ziel gefahren. Dort meinte ich zu ihm, dass er jetzt alleine fahren muss, da ich mich kaum noch auf den Skiern halten konnte und mir schon klar war, dass ich nun einige Male die Ski abschnallen werde, um nicht noch auf den letzen Kilometer einen schweren Sturz zu riskieren – schließlich kannte ich die Abfahrten aus dem Training und selbst da waren sie nicht ohne! Und so habe ich mich dann die letzten Kilometer ins Ziel geschleppt, wo mein Vater und die Kamerateams und die Fotografen die ich hier kennen lernen durfte auf mich gewartet haben. Interessanterweise kann ich nicht sagen, dass ich wahnsinnig glücklich, emotional überwältigt oder sonst etwas gewesen wäre – ich war einfach nur leer (wenngleich mir einer der Kameramänner am nächsten Tag gesagt hat, dass ich fürchterlich in die Kamera geflucht hätte). Und heute? Heute bin ich einfach nur Glücklich – glücklich darüber dass ich das schönste Erlebnis meines Lebens hier haben durfte. Nach 18h45min war ich im Ziel – insgesamt auf Platz 176, aber das ist völlig egal. Denn es kein Rennen gegen die anderen, sondern ein Rennen gegen sich selbst! Und die Entscheidung ist schon gefallen: Nächstes Jahr werde ich wieder hier an den Start gehen.

Ein ganz besonderer Dank geht an dieser Stelle auch noch an Paul Haig, den ich kennen lernen durfte. Paul: Ich ziehe meinen Hut vor dir – du bist eine große Inspiration!!!

ENGLISH VERSION

Monday – April 1st – now it’s done – I have mastered the longest cross-country race in the world. And I can’t write much – the whole thing is still too surreal. But it was the hardest and most beautiful thing I have ever done. But actually I had imagined it even worse – I had the feeling that I might have to give up only between KM 160 and 170. But more about that later.
The days before the race were warm – very warm and the snow melted and melted. In the streets there were downright torrents and my mood got worse and worse. I had already imagined that the race would have to be cancelled and that everything would be in vain. But luckily it wasn’t that bad. But the track had to be adjusted a bit – the total length was not affected – there were still 220km left!
It is very difficult to put the thoughts I have about the race into words, I am actually too emotionally agitated to be able to do it. But I want to let you participate a little: On Saturday morning I had set my alarm clock to 3:00 am, but was already awake at 2:15 am. Then I had breakfast in peace and prepared myself. Then I picked up my father at the hotel and we drove together to the start. At the start I had a short chat with the members of the Skimarathon Team Austria, who delivered an amazing performance here. Then we went to the starting area – and there I realized for the first time that it is now time. I am actually taking part in the longest cross-country skiing race in the world – unbelievable. Despite the actually mild temperatures, it was somehow cold, which was due to the wind – which should also play a big role. I met one or the other at the start that I only knew from Instagram, talked some nonsense stuff and was happy when the speaker said that there were only 3 minutes to go.

Then the starting signal was given and the 410 runners who had made it from the 455 registered to the start started to move. It was a very relaxed start and you could see everyone’s great respect for the distance. A look at the clock told me that I was on my way with more than 20km/h and I was enthusiastic about my ski – but when we got around the small peninsula I suddenly realized why I was so fast. A brutal headwind suddenly hit me and everyone else in the face. This wind was to accompany us for a long time. I looked it up afterwards and it was about 25km/h strong, with gusts up to 50km/h. To describe the whole race to you now would be nonsensical, because it would be surely also quite boring. But a few highlights (and lowlights) I want to tell you already. Among the absolute highlights are all the catering points with so incredibly friendly and dedicated helpers, as I have never experienced it anywhere before. Especially to emphasize are of course the points where my father stood to support me. In retrospect, I’m sorry that I didn’t pay enough tribute to him during the race – thanks Papa, that meant a lot to me! Another highlight was the 90km sign where I thought – I never skied any further. The first really hard mental situation I had to go through about 7km after the 60km / 160km sign. After all, you always think about it during the race and adjust mentally to the rest of the distance. I had also done that and when I suddenly saw the sign 150km / 70km I was painfully aware that the first sign was from the way there and suddenly the imaginary little over 50km (I had already driven some km since the last sign) became again 70km. That was quite a blow to the office.

In addition to this mental blow there was also a physical one from km 160 on! I suddenly felt as if someone had pulled the plug and I dragged myself (felt) more than I skied to the next refreshment station where I ate a lot and drank two WARM RedBulls. Then I was much better again and when I had to turn on my headlamp for the first time after 13h it was clear to me – you will reach the finish line! A special experience was then still, when I, completely alone in the wilderness had to exchange the battery of my headlamp . When I pulled the plug it was suddenly dark – dark as I have never experienced it before. I took a minute and just looked at the starry sky and was emotionally very agitated! I experienced the next emotional fireworks 20km before the finish when I ate something next to another rider with a blanket over my shoulder. I had already driven some kilometres with him – he looked at me and said: Are you going home to Jokkmokk now? When I replied – Yes, it’s time he just said: OK – let’s go together. While I’m writing this the tears go straight back to my eyes – probably hard to understand, but in such a situation you’re somehow different. We drove together up to the last refreshment point 7km before the finish. There I told him that he had to ski alone now, because I could hardly hold on to my skis and I already knew that I would unstrap my skis a few times to avoid risking a heavy fall on the last kilometer – after all I knew the downhill runs from training and even there they were not easy! And so I dragged myself the last kilometres to the finish where my father and the camera teams and the photographers I met here were waiting for me. Interestingly, I can’t say that I was incredibly happy, emotionally overwhelmed or anything else – I was just empty (even though one of the cameramen told me the next day that I had cursed the camera terribly). And today? Today I’m just happy – happy to have had the best experience of my life here. After 18h45min I crossed the finish line – all in all on place 176, but that doesn’t matter at all. Because it’s not a race against the others, but a race against yourself! And the decision has already been made: Next year I will start here again.

Special thanks go to Paul Haig, whom I got to know. Paul: I take my hat off to you – you are a great inspiration!!

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#39 Bald… / Soon…

ENGLISH VERSION BELOW

Montag – quasi noch eine Arbeitswoche und dann startet das Wochenende mit der wohl körperlich und geistig größten Herausforderung der ich mich jemals gestellt habe. Ich muss aber auch sagen, dass es jetzt losgehen darf – die Anspannung ist mit Händen zu greifen und nach und nach sieht man auch mehr  Sportler, die in Jokkmokk eintreffen und die Loipen bevölkern. Die sind aktuell leider nicht in ganz so tollem Zustand, da es gestern sehr warm und stürmisch war. Entsprechend liegt jetzt alles mögliche was von den Bäumen heruntergekommen ist in den Spuren – das kann zum Teil recht gefährlich werden, da man plötzlich, ohne damit zu rechnen, aus voller Fahrt fast stehen bleibt und es einen dann nach vorn über die Ski wirft. Man kann es sich in etwa so vorstellen, dass man mit dem Fahrrad unterwegs ist und man plötzlich einen Stock in den Speichen hat… Ich hoffe sehr, dass es noch besser wird, sonst muss ich tatsächlich meine Entscheidung mit einem Ski mit Steigwachs zu fahren überdenken. Aber der Gedanke daran 220km im Doppelstock zu fahren macht mich auch nicht gerade glücklich – ich habe mal einen der Leute, der hier die Strecke präpariert, um Rat angeschrieben – mal sehen was er schreibt.

Heute Nacht bin ich dann auch mal mit der Stirnlampe raus, um zu testen, ob die neue Einstellung an meiner Stirnlampe ausreicht, um zu fahren. Und ich kann guten Gewissens sagen, ja, die Einstellungen passen ziemlich genau.  Ich habe jetzt 3 verschiedene Helligkeitsstufen an meiner Lampe eingestellt: 1.800lm (für schnelle Abfahrten), 650lm (für den Rest) und 40lm (sollte ich so lange brauchen, dass die Akkus nicht reichen und ich mich irgendwie mit Licht ins Ziel retten muss. Wobei das eigentlich nicht passieren kann, da ich meinen Vater gebeten habe mir einen weiteren Akku mitzubringen und entsprechend sollte ich für 12h Power für 650lm haben (und länger ist es ja gar nicht dunkel)). Ab etwa 19:00 Uhr werde ich das erste mal die Lampe anmachen müssen und ab etwa 5:00 Uhr kann man wieder ohne fahren – ich hoffe allerdings dass ich da schn im Bett liege… Ihr seht also, ich bin in den letzten Zügen der Planung. Inzwischen habe ich auch den Sportdrink und die Energy-Gels, die während des Rennens angeboten werden (nein nicht Red Bull, wobei es das auch gibt), um es noch anständig beim Carboloading zu testen. Denn ich will schließlich nicht erst während des Rennens merken, dass mein Magen dagegen rebelliert. Aber der Plan ist es sowieso so spät wie möglich damit zu beginnen und so lange wie möglich mit Käsebrötchen, Gewürzgurken, Gulasch und Nudeln über die Runden zu kommen. Allein der Gedanke mich 18h oder länger mit Energy-Gels vollzustopfen lässt mich schaudern.

Gestern war ich dann auch für die ersten Filmaufnahmen unterwegs und habe inzwischen auch ein klareres Bild davon was so alles mit mir „gemacht“ werden wird. Im Laufe der Woche werde ich nochmal beim Laufen mit der Drohne gefilmt – dafür fahren wir, wenn alles klappt, mit dem Schneemobil irgendwo auf die Strecke wo man schöne Bilder machen kann. Am Donnerstagabend werde ich dann  mit der Kamera begleitet während ich meine Startnummer abhole und interviewt. Ich glaube ich werde mir dabei etwas komisch vorkommen, denn ich gehöre hier ja ganz sicher nicht zu den stärksten Läufern, aber nun gut – ich freue mich wie ein kleines Kind, dass ich an diesem Projekt teilhaben darf. Während des Renntags ist aktuell geplant, dass ich die ersten Stunden von einem Schneemobil aus gefilmt werde. Dann wartet das Filmteam / ein Kameramann am Wendepunkt und noch irgendwo in der Nacht auf mich, um mich am absoluten Tiefpunkt zu zeigen und dann am Ziel, das ich hoffentlich dann wohlbehalten erreichen werde. Ihr seht also – Failure is not an option – aber ich bin auch wirklich guter Dinge, dass ich das ganze durchstehe. Bin wieder komplett gesund, habe ein paar wirklich gute Trainingseinheiten gehabt und erwarte voller Freude aber mit dem gehörigen Respekt den Startschuss am Samstag in der Früh! Bis dahin geht es jetzt auch Schlag auf Schlag – morgen kommt mein Bekannter aus England, der ebenfalls am Start ist, am Mittwoch die Fahrer des Skimarathon Team Austria mit denen ich mich treffen will, am Donnerstag dann mein Vater, Pierre Olsson, einer der besten Freeclimber Schwedens den ich in Östersund bei den Rennen kennen gelernt habe und natürlich meine Bekannten vom Skiteam Mäenpää aus Finnland. Ihr merkt schon, mit den ganzen Leuten die kommen, dem Film und den letzten Vorbereitungen wird mir nicht langweilig. Und vor allem habe ich nicht so viel Zeit zum Grübeln, was wirklich sehr angenehm ist.

Um mich beim Rennen zu verfolgen müsst ihr entweder bei Facebook auf die Seite des Nordenskiöldsloppets gehen oder aber unter www.nordenskiöldsloppet.se schauen. Dort solltet ihr die nächsten Tage alle Informationen dazu finden. Wenn ich noch die Zeit finde einen Blog zu schreiben nachdem die Info raus ist werde ich den Link natürlich teilen. Jetzt heißt es also Daumen drücken und mir positive Gedanken schicken. AN dieser Stelle möchte ich mich auch bei allen Bedanken, die meine Beiträge liken, kommentieren oder mir auf irgendeinem anderen Weg Mut zusprechen. Das bedeutet mir wirklich viel. Danke!

Der Start

ENGLISH VERSION

Monday – almost another working week and then the weekend starts with what is probably the biggest physical and mental challenge I have ever faced. But I also have to say that it can start now – the tension is palpable and you can see more and more athletes arriving in Jokkmokk and populating the trails. Unfortunately, they are not in such a great condition at the moment, as it was very warm and stormy yesterday. Accordingly, everything that has come down from the trees is now in the tracks – this can be quite dangerous, because suddenly, without expecting it, you almost stop at full speed and you are thrown forward over the skis. You can imagine it like this: you’re riding a bike and suddenly you have a stick in your spokes… I hope it gets even better, otherwise I’ll have to think about my decision to use a ski with kickwax. But the thought of double poleing 220km  doesn’t make me happy either – I asked one of the people who prepares the route here for advice via mail – let’s see what he writes.

Last night I went out with my headlamp to test if the new setting on my headlamp is sufficient to ski. And I can say with a clear conscience, yes, the settings fit pretty well.  I have now set 3 different brightness levels on my lamp: 1.800lm (for fast descents), 650lm (for the rest) and 40lm (should I need so long that the batteries don’t last and I have to save myself somehow with light to the finish). Whereby this can’t actually happen, because I asked my father to bring me another battery pack and accordingly I should have power for 12h power at 650lm (and it is not dark longer then that). From about 7pm I will have to turn on the lamp for the first time and from about 5am you can go without it again – but I hope that I’m lying in bed at that time already… So you see, I’m in the final stages of planning. Meanwhile I also have the sports drink and the energy gels, which are offered during the race (no not Red Bull, although there is that too), to test it properly during the carboloading. After all, I don’t want to notice during the race that my stomach is rebelling against it. But the plan is to start as late as possible and make it as long as possible with cheese rolls, gherkins, goulash and noodles. Just the thought of stuffing me 18h or longer with energy gels makes me shudder.

Yesterday I was also on the road for the first film shots and now I have a clearer picture of what will be „done“ with me. In the course of the week I will be filmed with a drone while skiing  – if everything works out, we will drive with the snowmobile somewhere on the track where you can take nice pictures. On Thursday evening I will be accompanied with the camera while I pick up my starting number and give an interview. I think I’ll feel a bit strange, because I’m certainly not one of the strongest competitors here, but well – I’m glad like a little child that I can participate in this project. During the race day it is currently planned that I will be filmed for the first few hours from a snowmobile. Then the film team / a cameraman will wait for me at the turning point and somewhere in the night to show me at the absolute low point and then at the finish line, which I hope to reach safely. So you see – Failure is not an option – but I’m also really confident that I’ll get through this. I am completely healthy again, have had some really good training sessions and am looking forward to the start of the race on Saturday morning with all due respect! Until then, it’s going to be a bit of a bust now – tomorrow my friend from England, who is also at the start, will meet the skiers of the Skimarathon Team Austria with whom I want to meet on Wednesday. On Thursday my father, Pierre Olsson, one of Sweden’s best freeclimbers, whom I met at the races in Östersund and of course my friends from the Mäenpää ski team from Finland will be arriving during the course of the day. You already notice, with all the people coming, the film and the last preparations I don’t get bored. And above all I don’t have so much time to ponder, which is really very pleasant. To follow me at the race you either have to go to the page of the Nordenskiöldsloppet on Facebook or have a look at http://www.nordenskiöldsloppet.se . There you should find all information about it the next days. If I still find the time to write a blog after the info is out I will of course share the link. Now it’s time to keep your fingers crossed and send me positive thoughts. At this point I would also like to thank everyone who liked, commented or encouraged me in any other way. That really means a lot to me. Thank you!

The Start
I wonder if I’ll meet one of those guys during the race – chances are pretty high

#38 Noch 10 Tage (und 5 Minuten) / 10 days (and 5 minutes) to go

ENGLISH VERSION BELOW

Genau in 10 Tagen und 5 Minuten fällt der Startschuss! Es ist jetzt (als ich das schreibe) 5:55 Uhr und vielleicht fragt ihr euch warum in Gottes Namen steht der so früh auf? Er muss doch nichts machen und könnte entspannt ausschlafen. Das stimmt natürlich, aber ich versuche meinen Schlafrhythmus anzupassen. Deshalb bin ich heute schon um 4:00 Uhr aufgestanden und habe in aller Ruhe gefrühstückt. Der Hintergrund dafür ist eigentlich ganz einfach. Am Rennmorgen muss ich auch sehr früh aufstehen – das muss ich bei anderen Rennen zwar auch, aber bei denen bin ich keine 18 Stunden unterwegs (so jetzt ist es auch raus – das wäre meine Wunschzeit). Das wären dann, wenn ich 2 Stunden vor dem Start aufstehe schon mal 20 Stunden bis zur Zielankunft – ich kann mich tatsächlich nicht erinnern wann ich das letze mal überhaupt so lange wach war – von einer sportlichen Betätigung die ganze Zeit ganz zu schweigen. Aber durch die Veränderung meiner Schlafenszeit versuche ich jedenfalls mich so gut es geht vorzubereiten.
Was gibt es sonst noch neues? Mit der Gesundheit geht es steil bergauf – das was mir aktuell am meisten zu schaffen macht ist die extrem trockene Luft in meiner Wohnung, aber daran arbeite ich. Und dann bin ich auch dabei mein Rennen zu planen – an welchen Stationen will ich warm essen, wo kann mein Vater mit dem Auto an die Rennstrecke kommen, wann will ich meine Stirnlampe mitnehmen, wo tausche ich die Brillengläser für die Fahrt in der Nacht, zu welcher Zeit will ich bei welchem Streckenabschnitt sein, wo gibt es einen Wachsservice, wo will ich ggf. selbst nochmal nachwachsen… Es geht also ganz massiv in die letzten Vorbereitungen. Am Sonntag werde ich meinen Ski dann komplett reinigen und im Anschluss über den Zeitraum von 3 Tagen 9x wachsen, um so lange wie möglich auf einem schnelle Ski unterwegs sein zu können. Wie ihr seht kann ich nicht aus meiner Haut als Projektmanager und ich tue alles, um durch meine Planung den Zufall durch den Irrtum zu ersetzen . In der Grafik seht ihr das Streckenprofil mit ein paar Hinweisen – die Zwischenzeiten stehen auf einem anderen Blatt, aber das ist nur handschriftlich und für den persönlichen Gebrauch – etwa so wie der Zettel, den Jens Lehmann damals im Elfmeterschießen des WM- Viertelfinales gegen Argentinien im Stutzen stecken hatte…

Rennplanung

Ansonsten bin ich dabei ein paar Mittag- bzw. Abendessen zu organisieren. Am kommenden Dienstag kommt Paul Haig aus England (ich habe mal auf seinen Blog verwiesen) und wir wollen zusammen essen gehen und evtl. eine entspannte Ausfahrt auf den Ski machen, denn anders als ich, konnte er im Vorfeld nicht auf Ski trainieren. Mittwoch kommt dann Peter Kiene mit seinen Kollegen vom Skimarathon Team Austria und am Donnerstag Christoffer Lindvall und Hans Mäenpää vom Skiteam Mäenpää (die beiden sind maßgeblich mit dafür verantwortlich, dass ich hier an den Start gehe). Und auch mit denen will ich jeweils essen gehen. Ganz wichtig ist der Donnerstag aber auch, weil da mein Vater als moralische Unterstützung kommt und auch Sebastian Michel von „Die Filmstube“ in Bamberg, um den Film zu drehen. Ihr seht also, die letzte Woche ist gut gefüllt, sodass ich mir nicht zu viele Gedanken machen kann. Und natürlich darf ich mich vorher auch noch mit den anderen Filmleuten hier treffen, um ein Interview zu geben und ein bisschen gefilmt zu werden. Ich finde das alles sehr sehr aufregend und fühle mich wahnsinnig geschmeichelt, dass ich Teil des Ganzen sein darf. Das soll es für heute auch schon gewesen sein – hier aber noch ein paar Bilder, die ich gestern gemacht habe als ich bei traumhaften Wetter einen langen Spaziergang gemacht habe.

So würde ich mir das Wetter am Renntag natürlich auch wünschen, aber wie heißt es so schön: Wir sind hier nicht bei Wünsch dir was! Es kommt wie es kommt und wie es kommt ist es gut und richtig!

ENGLISH VERSION

The starting shot will be fired in exactly 10 days and 5 minutes! It’s now (as I’m writing this) 5:55 am and maybe you’re wondering why in God’s name he gets up so early? He doesn’t have to do anything and could relax and sleep late. That’s true, of course, but I’m trying to adjust my sleep rhythm. That’s why I got up at 4:00 a.m. today and had breakfast. The background is actually quite simple. On race morning I have to get up very early – I have to do that in other races too, but I’m not on the road for 18 hours (that’s the way it’s out now – that would be my desired time). That would be, if I get up 2 hours before the start already 20 hours to the finish – I really can’t remember when I was awake for so long – not to mention with a sportive activity all the time. But by changing my bedtime I try to prepare as well as I can.
What else is new? Health is going steeply uphill – the thing that currently causes me the most trouble is the extremely dry air in my apartment, but that’s what I’m working on. And then I’m also planning my race – at which stations do I want to eat hot food, where can my father take the car to the race track, when do I want to take my headlamp with me, where do I change my glasses for the night session, at which time do I want to be at which section of the track, where is there a waxing service, where do I want to wax again myself if necessary? So the last preparations are going on massively. On Sunday I will clean my ski completely and wax it 9 times over the period of 3 days to be able to ski as long as possible on a fast ski. As you can see, I can’t get out of my skin as a project manager and I do everything to replace chance with error through my planning. In the graphic you can see the track profile with some hints – the split times are on a different page, but this is only handwritten and for personal use – like the note Jens Lehmann had stuck in the sock in the penalty shootout of the World Cup quarterfinals against Argentina…

Race planning

Otherwise I’m about to organize some lunch or dinner. Next Tuesday Paul Haig is coming from England (I referred to his blog once) and we want to go out for food and maybe have a relaxed ride on the skis, because unlike me, he couldn’t train on skis in advance. On Wednesday Peter Kiene and his colleagues from Skimarathon Team Austria will come and on Thursday Christoffer Lindvall and Hans Mäenpää from Skiteam Mäenpää (both of them are mainly responsible for my starting here). And I also want to have lunch / dinner with them. But Thursday is also very important because my father comes as moral support and Sebastian Michel from „Die Filmstube“ in Bamberg to shoot the film. So you see, the last week is well filled, so I can’t think too much. And of course I’m allowed to meet the other film people here beforehand to give an interview and get a little filmed. I think it’s very exciting and I’m very flattered that I can be part of the whole. That should have been it for today – but here are some pictures I took yesterday when I took a long walk in fantastic weather.

So I would wish for the weather on race day, of course, but how does it say so nicely: We are not here at your request! It comes as it comes and as it comes it is good and right!

#37 Noch 2 Wochen / 2 weeks to go

ENGLISH VERSION BELOW

So, nun bin ich bereits seit fast 2 Wochen am Polarkreis und heute in 2 Wochen um Punkt 6 Uhr in der Früh wird der Startschuss zu meiner größten körperlichen und mentalen Herausforderung fallen. Heute möchte ich ein wenig über das berichten, was in der Zeit seit meinem Letzten Eintrag so alles passiert ist.

Zunächst einmal: Ich bin krank! Habe mir eine Erkältung eingefangen und die kommt zum nahezu schlechtesten Zeitpunkt den man sich vorstellen kann – genau 2 Wochen vor dem Rennen bin ich mit Halsschmerzen und einer verstopften Nase aufgewacht. Das bedeutet: KEIN Training und stattdessen Schonung. Eigentlich sollte ich jetzt jeden Tag etwa 3 bis 3,5 Stunden auf den Langlaufski stehen und mir den letzten Schliff holen – aber das fällt jetzt eben aus! Statt dessen muss ich meine mentale Stärke weiter aufbauen, diese wird mich dann hoffentlich die Kilometer bis ins Ziel bringen. Die letzten 15 Kilometer bin ich inzwischen schon mal gefahren und ich muss sagen, dass es sehr schöne Kilometer sind – zumindest wenn man sie bei Tageslicht fährt und vorher nur etwa 25km Ski gefahren ist. Wie sie sich anfühlen, wenn es Nacht ist und man über 200km in Armen und Beinen hat wird sich (hoffentlich) zeigen.

Aber es gibt auch sehr viel schönere Dinge zu berichten, als meine Erkältung. Die letzte Woche waren meine Schwester und mein Patenkind hier und auch wenn es schwierig ist, sich plötzlich wieder nach anderen richten zu müssen und ich bestimmt das ein oder andere Mal etwas gereizt war, war es trotzdem toll Besuch zu bekommen. Und wir haben die Zeit auch wirklich sehr gut genutzt. Wir waren z.B. in Kiruna, der nördlichsten Stadt Schwedens und haben dort in der Nacht eine Hundeschlittentour gemacht – wie ihr auf den Bildern sehen könnt war es ziemlich kalt, -25°C um genau zu sein.

Aber es hat sich wirklich gelohnt, denn wir wurden mit wunderschönen Polarlichtern belohnt. Und ich kann nur sagen, dass es real einfach so viel beindruckender ist als auf Bildern! Ich habe auch tatsächlich keine Bilder gemacht, da es zum Einen mit dem Handy nicht so wirklich gut geht und zum anderen hatte ich keine Lust meine Handschuhe bei diesen Temperaturen auszuziehen. Dann waren wir am Rande des Sarek Nationalparks, um ein wenig zu wandern, haben uns den Wendepunkt des Rennens bei 99km angeschaut, und haben einfach die Natur genossen. Die Bilder sollen euch einen kleinen Eindruck geben wie es hier so aussieht.

Und wenn man bedenkt, dass man schon am Tag die ganzen Tiere sieht bin ich schon sehr gespannt wie es in der Nacht sein wird, wenn ich beim Rennen im Schein meiner Stirnlampe, durch die Wildnis fahre. Eigentlich wollte ich das diese Woche immer mal probieren, aber da hat mir die Erkältung leider einen Strich durch die Rechnung gemacht. Naja, man muss es nehmen wie es kommt.

Ansonsten habe ich gestern meinen neuen Rennanzug bekommen. An dieser Stelle nochmal ein herzliches Danke an Stephan Michel und die Mahrs Bräu aus Bamberg. Wenn jetzt das Bier noch rechtzeitig kommt, dass ich es mir nach dem Rennen gönnen kann wird alles gut J. Hier ein paar Bilder des Anzugs.

Im letzten Eintrag hatte ich ja geschrieben, dass es etwas neues und aufregendes zu berichten gibt – und nun will ich euch nicht länger auf die Folter spannen…Ich werde Filmstar! Naja, ob ich ein Filmstar werde steht noch in den Sternen, aber jedenfalls werde ich in zwei Filmen auftauchen. Der erste Film wird seitens der Mahrs Bräu aus Bamberg gedreht. Es kommt tatsächlich jemand aus Bamberg nach Jokkmokk, um einen kleinen Film mit mir zu drehen – das freut mich ganz ungemein. Und dann wird es noch einen weiteren Film geben, darin geht es um die Geschichte des Rennens, die Organisation, die Menschen rund ums Rennen und eben auch um einen Läufer. Und dieser Läufer werde ich sein. Ich fühle mich wirklich extrem geehrt, dass ich einen kleinen Teil dazu beitragen kann, dass dieses besondere Rennen in Zukunft vielleicht noch mehr Aufmerksamkeit erlangt. Im Rahmen der Vorbereitungen für den Film habe ich inzwischen auch Wolfgang Mehl kennen lernen dürfen. Er ist der Mann, der dieses Rennen wieder zum Leben erweckt hat – wirklich ein schönes Erlebnis für mich. Toll ihm zuzuhören wie er voller Begeisterung über das Rennen und all die Menschen, die eine solche Veranstaltung erst möglich machen spricht. Es ist einfach so völlig anders als beim Vasalauf, der mehr einem Industrieunternehmen gleicht. Jedenfalls bin ich sehr sehr froh und dankbar, dass ich das alles erleben darf. Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass es nicht viele Menschen gibt, denen diese Möglichkeit gegeben wird. Mit diesen Worten möchte ich diesen Bericht auch beenden und werde ich mich mal wieder in aller Ruhe ins Bett legen und so schnell wie möglich wieder gesund werden. Drückt mir die Daumen, dass es schnell geht.

ENGLISH VERSION

So, now I’ve been at the Arctic Circle for almost 2 weeks and today in 2 weeks at 6 o’clock sharp in the morning the starting signal for my greatest physical and mental challenge will be given. Today I would like to report a little about what has happened in the time since my last entry.
First of all: I am sick! I caught a cold and it comes at the worst time imaginable – exactly 2 weeks before the race I woke up with a sore throat and a blocked nose. That means: NO training and instead rest. Actually, I should now spend about 3 to 3.5 hours every day on cross-country skis and get the finishing touches – but that’s not the case now! Instead I have to build up my mental strength, which hopefully will bring me the kilometres to the finish. The last 15 kilometres I have skied in the meantime and I have to say that they are very nice kilometres – at least if you ski them in daylight and have only skied about 25km before. What they feel like when it is night and you have more than 200km in your arms and legs will (hopefully) show.
But there are also much nicer things to report than my cold. The last week my sister and my godchild were here and even if it is difficult to suddenly have to go back to others and I was probably a little irritated at one time or another, it was still great to get visitors. And we really used the time very well. We were for example in Kiruna, the northernmost city of Sweden and did a dog sledding tour there at night – as you can see on the pictures it was quite cold, -25°C to be exact.

But it was really worth it, because we were rewarded with beautiful polar lights. And I can only say that it is so much more impressive than on pictures! I actually didn’t take any pictures, because on the one hand it doesn’t work so well with my mobile phone and on the other hand I didn’t feel like taking off my gloves at these temperatures. Then we were at the edge of the Sarek National Park to hike a bit, looked at the turning point of the race at 99km, and just enjoyed nature. The pictures should give you an impression of what it looks like here.

And if you consider that you can already see all the animals during the day, I am very curious how it will be in the night, when I ski through the wilderness in the light of my headlamp. Actually, I always wanted to try this this this week, but unfortunately the cold has put a spoke in my wheel. Well, you have to take it as it comes.
Otherwise I got my new racing suit yesterday. At this point a big thank you to Stephan Michel and the Mahrs Bräu from Bamberg.

If now the beer comes in time so that I can treat myself after the race everything will be fine. Here a few pictures of the suit.
In the last entry I had written that there is something new and exciting to report – and now I don’t want to keep you on your toes any longer…I’m going to be a movie star! Well, whether I will become a movie star is still in the stars, but anyway I will appear in two movies. The first film will be shot by Mahrs Bräu from Bamberg. Someone from Bamberg actually comes to Jokkmokk to shoot a small film with me – I am very happy about that. And then there will be another film about the history of the race, the organisation, the people around the race and a competitor. And I will be that athlete. I really feel extremely honoured that I can contribute a small part to this special race so it will perhaps gain more attention in the future. As part of the preparations for the film, I was also able to get to know Wolfgang Mehl. He is the man who brought this race back to life – really a wonderful experience for me. It’s great to listen to him speak enthusiastically about the race and all the people who make such an event possible. It’s just so completely different from the vasaloppet, which is more like an industrial company. In any case, I am very happy and grateful to be able to experience all this. I am well aware that there are not many people who are given this opportunity. With these words I would also like to end this report and I will once again go to bed in peace and quiet and get well again as quickly as possible. Keep your fingers crossed for me that things can go quickly

#36 die ersten Tage am Polarkreis / The first days at the polar circle

ENGLISH VERSION BELOW

Die Zeit fliegt – nun ist schon Freitag und meine ersten Tage am Polarkreis sind schon wieder vorbei. Davon möchte ich euch natürlich gern ein bisschen berichten. Meine Wohnung hier ist leider nicht ganz so komfortabel wie in Östersund – so habe ich weder WLAN, noch einen Fernseher. Das ist natürlich etwas schade, da ich gern ein wenig von der Biathlon-WM in Östersund mitbekommen würde. Aber wirklich schlimm ist es auch nicht. Und um das fehlende WLAN zu kompensieren habe ich mir eine Pre-Paid Karte mit 30GB Datenvolumen zugelegt. Das sollte eigentlich reichen – die Videoanrufe müssen nun eben ein wenig reduziert werden.

Inzwischen habe ich auch schon zweimal wieder trainiert – jedoch nur ganz sachte jeweils etwa 45 Minuten. Beim ersten Training bin ich auf einer Abfahrt einer Herde Rentiere begegnet, die sich offensichtlich ungefähr genauso erschreckt haben wie ich und entsprechend wild davongerannt sind. Mir schlug danach das Herz bis zum Hals, denn eine Kollision mit einem dieser Tiere wäre sicher nicht besonders schön – aber dazu ist es zum Glück nicht gekommen. Ansonsten ist es einfach toll hier zu fahren – ich bin in den 50 Minuten des Trainings niemandem außer den Rentieren begegnet. Ein riesiger Kontrast zu den Menschenmassen die sich beim Vasalauf über die Loipen schieben. Und ich muss sagen, die Einsamkeit liegt mir schon mehr, als die Massenveranstaltung Vasa, wenngleich es natürlich ein unglaubliches Erlebnis ist. Aber ganz allein durch die wunderschöne Landschaft zu gleiten beschreibt die Faszination Langlauf für mich mehr!  Morgen früh werde ich versuchen ein bisschen auf der Originalstrecke zu fahren, um sie kennenzulernen, da ich in den nächsten Tagen dann immer mal nachts fahren möchte, um mich darauf vorzubereiten. Denn so sehr ich mich auch anstrengen werde – im Hellen werde ich das Ziel ganz sicher nicht erreichen, denn das würde bedeuten, dass ich unter 14 Stunden brauchen dürfte und das liegt leider nicht im Bereich des Möglichen.

Am Mittwochabend war ich bei zwei sehr netten deutschen Auswanderern zum Essen eingeladen. Sie werden beim Rennen auch die Bilder der Teilnehmer machen und ich habe mich wirklich sehr über die Einladung gefreut. Es gibt auch noch weitere Neuigkeiten, aber die verrate ich noch nicht – ihr dürft also gespannt sein. Auf der Rückfahrt zu meiner Wohnung habe ich dann auch meine ersten Polarlichter gesehen – das war nicht ganz ungefährlich, da man beim Fahren immer von dieser unglaublichen Schönheit abgelenkt wird. Ich habe dann angehalten und bin ein wenig umher spaziert, um dieses Erlebnis in mir aufzusaugen. Leider war ich nicht wirklich für die -20°C angezogen, sodass ich mich dann doch wieder ins Auto gesetzt habe, um dem Spektakel ein wenig zu folgen. Auch ohne Polarlichter ist es ein absoluter Traum den Himmel anzuschauen, denn die Masse an Sternen, die man bei uns so nicht sehen kann, macht einem wieder bewusst wie winzig man doch eigentlich ist.

Heute hatte ich dann komplett frei und ich habe mich aufgemacht mit meinen Schneeschuhen ein wenig durch die Natur zu stapfen – auch das war wieder ein tolles Erlebnis – 3 Stunden vollkommene Einsamkeit. Außer 4 Rentieren habe ich kein weiteres Lebewesen entdeckt. Und ich glaube ich habe einen kleinen Eindruck davon bekommen wie das Wetter beim Rennen im letzen Jahr gewesen sein muss – es hat die ganze Zeit geschneit und es gab einen teilweise recht bissigen Wind. Aber da das Wetter im letzen Jahr so gewesen ist, der Vasalauf auch verschneit und windig war, wird dieses Jahr beim Nordenskiöldsloppet die Sonne mit den Fahrern um die Wette strahlen.

Hier ein paar Impressionen von hier oben

Jetzt freue ich mich aber erst einmal darauf, dass morgen meine Schwester und mein Patenkind zu Besuch kommen. Eine schöne Abwechslung, wobei ich in den Tagen beim Vasalauf schon gemerkt habe, dass es nicht so leicht ist wieder damit zurechtzukommen, dass immer jemand um einen herum ist – aber das ist sozusagen mein Resozialisierungstraining für Bamberg… Besonders freue ich mich dann auch den Ausflug am Dienstag, wo wir gemeinsam eine mehrstündige Schlittenhundtour in der Nacht machen werden. Natürlich hoffe ich auf klaren Himmel und Polarlichter – aber auch wenn wir die nicht sehen sollten, wird es sicher ein großer Spaß.

Ansonsten habe ich mich dann schon mal mit meinen finnischen Bekannten, die auch hier am Start sein werden,  verabredet, um vor dem Rennen essen zu gehen und ggf. gemeinsam Ski zu fahren. Wobei ich da ein wenig aufpassen muss, dass ich mich nicht verausgabe, denn schließlich haben sie ganz andere Fähigkeiten und fahren entsprechend schneller. Einer der beiden stand vor 2 Jahren hier auf dem Podest und der andere ist der amtierende Weltrekordhalter im 24h Skilanglauf. Man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen, dass er in 24h sage und schreibe 472km weit gefahren ist. Aber egal wie – ich freue mich darauf die beiden zu treffen. Auf eine weitere Person freue ich mich aber noch mehr – und zwar auf meinen Bekannten aus England, den ich bisher zwar nur aus den sozialen Medien kenne und der das Rennen auch in Angriff nehmen wird. Freue mich ihn endlich persönlich zu treffen und ein paar Kilometer mit ihm fahren zu gehen. Ihr seht also, es geht langsam auf die Zielgerade. Ich werde euch weiterhin auf dem Laufenden halten und freue mich immer über Reaktionen von euch.

ENGLISH VERSION

Time flies – now it’s Friday and my first days at the Arctic Circle are already over. Of course I would like to tell you a bit about it. My apartment here is unfortunately not quite as comfortable as in Östersund – so I have neither WLAN, nor a television. Of course that’s a bit unfortunate, because I would like to see a bit of the biathlon world championship in Östersund. But it’s not that bad either. And to compensate the missing WLAN I bought a pre-paid card with 30GB data volume. That should be enough – the video calls have to be reduced a bit.

In the meantime I’ve already trained twice again – but only very gently for about 45 minutes each. During the first training I met a herd of reindeer on a descent, which apparently were just as frightened as me and ran away wild. My heart was pounding because a collision with one of these animals wouldn’t be very nice – but luckily it didn’t happen. Otherwise it’s just great to ski here – I didn’t meet anybody but the reindeer during the 50 minutes of training. A huge contrast to the crowds of people who push themselves over the tracks during vasaloppet. And I have to say that I like the loneliness more than the mass event Vasa, although it is of course an unbelievable experience. But to glide alone through the beautiful landscape describes the fascination of cross-country skiing for me more!  Tomorrow morning I will try to ski a bit on the original track in order to get to know it, because I want to ride at night in the next days in order to prepare myself for that. Because no matter how hard I try, I will certainly not reach teh finish line in the bright light, because that would mean that I would need less than 14 hours and that is unfortunately not within the realm of possibility.

On Wednesday evening two very nice German emigrants were invited me for dinner. They will also take the pictures of the participants during the race and I was really happy about the invitation. There are also other news, but I won’t tell you yet – so you can be curious. On the way back to my apartment I also saw my first polar lights – that was not completely harmless, because one is always distracted by this unbelievable beauty while driving. Then I stopped and walked around a bit to absorb this experience in me. Unfortunately I wasn’t really dressed for the -20°C, so I got back in the car to follow the spectacle a bit. Even without polar lights it is an absolute dream to look at the sky, because the mass of stars that you can’t see back home makes you realize how tiny you are.

Today I was completely free and I started to trudge through nature with my snowshoes – that was a great experience again – 3 hours of complete loneliness. Except 4 reindeer I did not discover any other creature. And I think I got a small impression of what the weather must have been like at last year’s race – it snowed all the time and there was gusty wind. But since the weather last year was like that, the vasaloppet was also snowy and windy, this year at the Nordenskiöldsloppet the sun will shine with the participants.

Here some impressions

But now I am looking forward to my sister and my godchild coming to visit me tomorrow. A nice change, whereby I already noticed in the days at the vasaloppet that it is not so easy to get along again with the fact that always someone is around one – but that is so to speak my resocialization training for Bamberg… I am particularly looking forwward to the trip on Tuesday, where we will make together a sled dog tour of several hours at night. Of course I hope for clear skies and polar lights – but even if we should not see them, it will be a lot of fun.

Otherwise, I have already made an appointment with my Finnish friends, who will also be here at the start, to eat before the race and eventually ski together. But I have to be careful that I don’t „kill“ myself, because they have completely different abilities and go faster. One of them was on the podium 2 years ago and the other one is the current world record holder in 24h cross-country skiing. You have to let it melt on your tongue that he skied 472km in 24h, believe it or not. But no matter how – I’m looking forward to meeting them. But I’m looking forward to another person even more – namely my acquaintance from England, whom I only know from the social mediayet and who will also start at the race. I am happy to finally meet him in person and ski a few kilometres with him. As you can see, we’re slowly heading for the home straight. I will keep you up to date and always look forward to your reactions.

#35 Vasaloppet und Lappland / Vasaloppet and Lapland

ENGLISH VERSION BELOW

So, nun finde ich endlich die Ruhe euch vom Vasalauf und meiner Reise nach Lappland zu berichten. Aber eins nach dem anderen. In meinem letzen Eintrag war ich ja noch recht aufgeregt und habe voller Respekt auf den Lauf gewartet. Dieser ist nun, genauso wie die Aufregung, schon Vergangenheit. Dennoch möchte ich euch etwas teilhaben lassen an meinen Erfahrungen vor, während und nach dem Lauf.

Um 1:45 Uhr am vergangenen Sonntag war die Nacht vorbei – überraschenderweise habe ich es geschafft früh einzuschlafen und die wenigen Stunden bis zum Aufstehen auch ohne wirre Träume zum Schlafen zu nutzen. Nach einem kleinen Frühstück und dem schmieren der Brote für den Bus ging es um 2:45 Uhr mit dem Bus von Rättvik auf die etwa 120km weite Fahrt zum Startort nach Sälen. Dort waren wir dann gegen 4:50 Uhr. Nun könnte man sich fragen was man denn so früh dort macht, wenn das Rennen erst um 8:00 Uhr startet. Nun, beim Vasalauf ist alles größer und ab 5:30 Uhr kann man seine Ski in der Startaufstellung platzieren (ich glaube das hatte ich schon geschrieben). So bin ich also vom Busparkplatz zu meiner Startgruppe gelaufen und habe mich in die bereits vorhandene Schlange gestellt. Es waren schätzungsweise 300 Leute vor mir und manche davon schienen schon eine Weile dort zu sein, denn sie hatten einen Stuhl dabei…
Auf dem Bild seht ihr mich in der Warteschlange.

Um Punkt 5:30 Uhr öffnete sich das Tor und jeder wurde kontrolliert, ob er auch wirklich in Startgruppe 4 startet. Ich habe dann meinen Ski in der Startaufstellung platziert und bin zum Aufwärmen zurück in den Bus. Im Bus habe ich dann noch etwas gegessen und getrunken bevor ich mich gegen 7:30 wieder in den Startbereich gestellt habe, um dem Start entgegenzufiebern. Bilder von mir aus dem Startbereich gibt es leider keine (nur das einer hier, das mich kurz vorher zeigt), da man als Zuschauer nicht mit hineindarf und ich von außen wohl nicht wirklich zu sehen war.

Dann hieß es warten bis es endlich 8:00 Uhr wird. Die Aufregung aller ist dabei förmlich mit Händen zu greifen und jeder richtet noch seine Mütze, die Ski, seine Handschuhe oder den Trinkgurt, nur um irgendetwas zu tun. Dann war es endlich soweit – 8:00 Uhr! Der Start! Anbei noch ein Bild ganz kurz vor dem Start, das erahnen lässt welche Massen sich in Bewegung setzen, wenn der Startschuss fällt.

Der erste Kilometer ist recht flach und entsprechend schnell – dabei kam es um mich herum schon zu einigen Stürzen von denen ich (noch) verschont blieb. Nach dem Startkilometer kommt der längste und schwerste Anstieg. Hier staut es sich massiv und da ich mich entschieden hatte meine Ski nicht mit Steigwachs zu präparieren, sondern das Rennen komplett aus den Armen und dem Oberkörper zu schieben bestand die Herausforderung darin immer einen guten Halt zu finden, um nicht nach hinten zu rutschen, wenn man mal wieder stehen bleiben musste. Die Zweite, immens wichtige, Herausforderung, die man meistern muss ist das sehr enge an sich halten der Stöcke, denn im Gedränge das dort im Anstieg herrscht passiert es sehr leicht, dass einem ein anderer Teilnehmer unabsichtlich auf den Stock tritt und dieser bricht. Damit ist das Rennen eigentlich schon gelaufen. Ich habe in diesem Anstieg auch einige gebrochene Stöcke (und damit auch Hoffnungen auf ein gutes Rennen) gesehen. Beide Herausforderungen habe ich gemeistert, sodass ich es geschafft habe die rund 2km mit 180 Höhenmetern zu erklimmen. Bis dahin war mir noch gar nicht bewusst geworden wie stark es zu schneien begonnen hatte. Dieser Schneefall sollte mich und alle anderen Teilnehmer dann bis zum Ziel in Mora begleiten. Grundsätzlich stört Schnee natürlich nicht besonders beim Ski fahren, problematisch ist es nur, wenn man den Vordermann nicht überholen kann, da neben der Spur so viel Neuschnee liegt, dass es einer extremen Kraftanstrengung bedarf, um die Geschwindigkeit entsprechend zu erhöhen. Und so war es dann auch während der gesamten 90km. Tatsächlich ist es bei den Massen an Läufern auch so, dass man während der gesamten Zeit des Rennens nicht ein einziges mal alleine fährt. Man hat also immer Fahrer vor und hinter sich. Und aufgrund des Schneefalls musste ich mich dann eigentlich stets an der Geschwindigkeit der Gruppe orientieren, selbst wenn ich das ein oder andere Mal hätte schneller fahren können und wollen. Durch den vielen Schnee waren dann die Spuren auch schnell nicht mehr als solche zu erkennen und man musste immer hoch konzentriert bleiben, um nicht zu stürzen. Das ist mir bis etwas Kilometer 45 auch sehr gut gelungen. Dann war ich in einer Abfahrt etwas unaufmerksam und natürlich auch schon etwas müde, sodass ich im ausgefahrenen Schnee zu Sturz kam und dabei meine Brille verloren habe – einer der Fahrer der hinter mir kam konnte zwar mir sehr gut ausweichen, meiner Brille jedoch nicht, sodass diese in 2 Teile brach. Das bedeutete für mich die zweite Hälfte des Rennens ohne Brille fahren zu müssen, was bei dem starken Schneefall extrem anstrengend war. Aufgrund der widrigen Bedingungen hatte ich auch nicht das Gefühl, dass es viel bergab ging, wobei man tatsächlich mehr bergab als bergauf fährt. Im Nachgang konnte ich dann aber lesen, dass es nicht nur für mich sehr langsam voranging, sondern auch die Profis deutlich länger gebraucht haben als normal. So standen dann am Ende für 7h29min auf der Uhr als ich erschöpft aber glücklich ins Ziel gekommen bin. Beim Blick auf die Uhr muss ich sagen, dass ich massiv enttäuscht war. Als ich meine Platzierung jedoch gesehen habe war die Enttäuschung (fast) komplett verflogen. Insgesamt bin ich auf Platz 3.005 gelandet (von 15.800), bei den Männern auf Platz 2.870 und in meiner Altersklasse bin ich etwa auf Platz 500 von 1630 Männern gelandet. Alles in allem also doch noch ein für mich sehr erfolgreicher Vasalauf, wenngleich ich schon gern unter die ersten 3.000 gekommen wäre. Aber egal wie – es war sicher ein sehr gutes Training für den Nordenskiöldsloppet, der ja am 30.3 auf dem Programm steht… Und das ist auch schon die perfekte Überleitung. Am Tag nach dem Rennen habe ich mich nämlich direkt auf gemacht, um nach Jokkmokk zu fahren – vielleicht sind fast 11 Stunden Autofahrt nicht die ideale Regeneration, aber interessanterweise ging es mir erstaunlich gut. Außer einem leichten Zwicken im Ellbogen und Muskelkater in den Beinen (?!) habe ich mich sehr gut gefühlt. Und so habe ich mich um 8:00 Uhr ins Auto gesetzt und bin nach Norden aufgebrochen. Und es war schon toll wieder durch Schweden zu fahren, nach Norden wird die Zivilisation ja immer dünner und man fährt durch (scheinbar) unberührte Natur. Und kurz nachdem mich ein Schild in Lappland begrüßt hatte habe ich dann auch schon meine ersten Rentiere gesehen, die mir auf der Straße entgegenkamen.

Da fand ich das noch toll, nur wenn es dann dunkel wird, und ich, anders als die meisten Schweden hier im Norden, keine Zusatzscheinwerfer auf dem Auto habe ist es sehr anstrengend in der Nacht zu fahren und so hätte ich auch um Haaresbreite ein Rentier erwischt. Im letzten Moment konnte ich noch ausweichen und eine Kollision verhindern.

Ich bin aber letztlich wohlbehalten in meiner neuen Wohnung angekommen und habe mich heute – bei minus 16° – ein wenig umgeschaut und habe auch schon den Zielbogen entdeckt, den ich hoffentlich am Ende des Renntags auch sehen werde.

Natürlich bin ich nicht hindurchgegangen, weil ich der Meinung bin, dass das kein gutes Omen ist. Ab Morgen soll es dann auch etwas wärmer werden, was das trainieren deutlich angenehmer machen wird. Und ich muss sagen, dass ich mich schon wieder sehr aufs Trainieren freue.

English Version

So, now I finally find the peace to tell you about the Vasalauf and my trip to Lapland. But one by one. In my last entry I was quite excited and waited full of respect for the race. This is now, just like the excitement, already past. Nevertheless I would like to share my experiences before, during and after the race with you.
The night was over at 1:45 a.m. last Sunday – surprisingly I managed to fall asleep early and use the few hours until getting up to sleep without confusing dreams. After a small breakfast and the smearing of the breads for the bus that started at 2:45 o’clock from Rättvik on the approximately 120km long journey to the starting point in Sälen. There we were about 4:50 o’clock. Now one could ask oneself what one does there so early if the race starts at 8:00 o’clock. Well, at the vasaloppet everything is bigger and from 5:30 a.m. you can place your skis on the starting grid (I think I already wrote that). So I walked from the bus parking lot to my starting group and stood in the already existing queue. There were about 300 people in front of me and some of them seemed to be there for a while, because they had a chair with them… On the picture you can see me in the queue.

At 5:30 am the gate opened and everybody was checked if he really started in starting group 4. I placed my skis on the starting grid and went back to the bus to warm up. In the bus I ate and drank something before I went back to the starting area around 7:30 to wait for the start. Unfortunately, there are no pictures of me from the starting area (only the one here that shows me shortly before), because you as a spectator were not allowed in and I was probably not really visible from the outside.

Then I had to wait until finally 8:00 o’clock. you could literally grip theexcitement of everyone with your hands and everyone was still putting their hats, skis, gloves or drinking belt up just to do something. Then it finally happened – 8:00 a.m.! The start! Enclosed is a picture taken shortly before the start, which gives you an idea of the masses that are set in motion when the starting signal is given.

The first kilometer is quite flat and accordingly fast – and there were already some crashes around me, from which I was (still) spared. After the start kilometre comes the longest and most difficult climb. There comes a massive jam and as I had decided not to prepare my skis with kickwax, but to double pole the race completely out of my arms and upper body, the challenge was always to find a good grip so as not to slip backwards when you had to stop again. The second, immensely important, challenge that you have to master is the very tight grip of the poles, because in the crowd that prevails there on the ascent, it is very easy for another participant to accidentally step on the pole and break it. So the race is already over. I also saw some broken poles (and hopes for a good race) in this ascent. I mastered both challenges, so that I managed to climb the 2km with 180 meters of altitude. Until then I hadn’t realized how much it had started to snow. This snowfall should accompany me and all other participants to the finish in Mora. Of course, snow doesn’t really bother you when skiing, it’s only problematic if you can’t overtake the person in front, because there’s so much fresh snow next to the track that you have to exert extreme force to increase the speed accordingly. And so it was during the whole 90km. In fact, with the masses of runners it is also the case that you don’t go alone once during the whole time of the race. So you always have skiers in front and behind you. And because of the snowfall I always had to orient myself at the speed of the group, even if I could and wanted to go faster one or two times. Because of all the snow, the tracks were quickly no longer recognizable as such and you always had to stay highly concentrated in order not to fall. I managed that very well up to kilometre 45. Then I was a bit inattentive on a descent and of course a bit tired, so that I fell in the snow and lost my glasses – one of the skiers behind me could avoid me very well, but not my glasses, so that it broke into 2 parts. This meant that I had to ski the second half of the race without glasses, which was extremely exhausting in the heavy snowfall.

Due to the adverse conditions, I didn’t have the feeling that there was a lot of downhill going on, even though you go more downhill than uphill. In the aftermath I was able to read that not only was it very slow for me, but that the pros needed much longer than normal. So at the end I had 7h29min on the clock when I reached the finish line exhausted but happy. I have to say that I was massively disappointed at the time. When I saw my placement, however, the disappointment was (almost) completely gone. Altogether I landed on place 3.005 (of 15.800), with the men on place 2.870 and in my age group I landed on place 500 of 1630 men. All in all a very successful vasaloppet for me, even though I would have liked to be among the first 3,000. But no matter how – it was certainly a very good training for the Nordenskiöldsloppet, which is onmarch 30th… And that is also the perfect transition. On the day after the race I went straight to Jokkmokk – maybe almost 11 hours driving is not the ideal regeneration, but interestingly enough I was doing surprisingly well. Apart from a slight pinch in my elbow and sore muscles in my legs (?!) I felt very good. And so I sat in the car at 8:00 a.m. and headed north. And it was great to drive through Sweden again, to the north civilization is getting thinner and thinner and you drive through (seemingly) untouched nature. And shortly after a sign welcomed me in Lapland, I saw my first reindeer coming towards me on the road.

I liked it there, only when it gets dark, and unlike most Swedes here in the north, I don’t have any additional headlights on the car, it is very exhausting to drive at night and so I would have caught a reindeer by a hair’s breadth. At the last moment I was able to avoid a collision.
But in the end I arrived safely in my new apartment and today – at minus 16° – I looked around a little and discovered the finish , which I hope to see at the end of the race day.

Of course I didn’t go through it because I don’t think that’s a good omen. From tomorrow it will be a bit warmer, which will make training a lot more pleasant. And I have to say that I’m really looking forward to training again

#34 Kurz vor dem Vasalauf – Shortly prior to the Vasaloppet

ENGLISH VERSION BELOW

#34 Kurz vor dem Vasalauf – Shortly prior to the Vasaloppet

Jetzt ist fast soweit. Am Sonntag ist der Vasalauf! 90km auf traditionsreichen Spuren. Denn schließlich findet dieses Langlaufrennen bereits zum 95.mal statt. Nachdem heute das Wetter hier absolut traumhaft war – windstill, sonnig bei etwas über 0 Grad sieht es für den Renntag doch schon ganz anders aus. Prognostiziert sind relativ starke Schneefälle mit böigem Wind bei ca. -4° C zur Startzeit um 8:00 Uhr. Der Schneefall und der böige Wind werden uns voraussichtlich dann von Sälen bis nach Mora begleiten. Das wird das Rennen sicher nicht unbedingt leichter und schneller machen – schauen wir mal aus welcher Richtung der Wind weht…

Gestern Abend habe ich meine Startnummer bekommen.

Und mit der könnt ihr, falls ihr sehr ungeduldig seid, auch nachschauen ob und wenn ja wie schnell ich ins Ziel gekommen bin. Ich bin jedenfalls schon extrem aufgeregt und habe letzte Nacht schon recht wirr vom Start geträumt. Dieser ist ja wie bereits erwähnt am Sonntag um 8:00 Uhr. Lange schlafen werde ich allerdings mit oder ohne wirre Träume nicht können, denn der Bus, der uns zum Start fährt, wird bereits um 2:45 Uhr losfahren. Im Startbereich werden wir dann wohl gegen 5:00 Uhr sein und um 5:30 Uhr öffnen auch die „Startgatter“ und man kann seine Ski in der Startaufstellung ablegen – und hier heißt die Devise – wer zuerst kommt mahlt zuerst. Denn wenn man sich vor Augen führt, dass in meiner Startgruppe 1000 Leute starten kann das schon einen gewaltigen Unterschied machen. Entsprechend werden wir versuchen unsere Ski so früh wie möglich und damit auch so weit vorne wie möglich zu platzieren. Zum Glück können wir danach wieder in den Bus, um nicht 3 Stunden in der Kälte stehen zu müssen.

Heute waren wir dann noch in Mora auf der Messe des Vasalaufs, haben uns den Zielbereich angeschaut und konnten dort auch einige Läufer anfeuern, die heute am Staffelvasalauf teilgenommen haben. Dort habe ich dann auch „Gustav Vasa“ gesehen – er ist sozusagen der Gründervater des Rennens.

In allem, was mit dem Rennen zu tun hat, spürt man, dass es ein riesiges Spektakel ist – man muss sich nur vor Augen führen, dass Mora, der Zielort, deutlich weniger Einwohner hat, als der Hauptlauf Teilnehmer. Und die Bedeutung des Rennens für Schweden zeigt sich auch darin, dass das erste Schwedische Fernsehen das gesamte Rennen Live im Fernsehen überträgt. Alles in allem eine tolle Erfahrung und ich freue mich schon sehr auf den Start, wenngleich ich auch sehr aufgeregt bin. Drückt mir also die Daumen, dass ich ohne Stockbruch und ähnliche Probleme durch das Rennen komme und es trotz der zu erwartenden Strapazen genießen kann. Aber das schöne ist ja, dass ich dieses Mal endlich wieder mit Sven am Start stehen werde – und wie ihr alle wisst: Geteilte Freude ist doppelte Freude! Morgen werden wir dann noch gemeinsam die Ski wachsen und versuchen so zeitig wie möglich einzuschlafen.

Drückt mir also die Daumen!

ENGLISH VERSION

It’s almost time. On Sunday is the Vasaloppet! 90km on tracks full of tradition. After all, this cross-country race is already taking place for the 95th time. After today the weather here was absolutely fantastic – no wind, sunny with a little more than 0 degrees it looks quite different for the race day. Forecasted are relatively strong snowfalls with gusty wind at approx. -4° C at the start time at 8:00 o’clock. The snowfall and the gusty wind will probably accompany us from Sälen to Mora. This will not necessarily make the race easier and faster – let’s see from which direction the wind blows…

Last night I got my bib number.

And with this you can, if you are very impatient, also check if and if so how fast I reached the finish line. Anyway, I’m already extremely excited and dreamed last night pretty strange things about the start. As already mentioned, the start is on Sunday at 8:00 am. However, I won’t be able to sleep long with or without confused dreams, because the bus that takes us to the start will start at 2:45 am already. In the starting area we will probably be around 5:00 am and at 5:30 am the „start gates“ will open and you can put your skis on the starting grid – and here the motto is – who comes first gets first! Because if you consider that in my starting group 1000 people start this can make a huge difference. Accordingly, we will try to place our skis as early as possible and thus as far in front as possible. Luckily we can get back on the bus afterwards, so we don’t have to stand in the cold for 3 hours.

Today we were in Mora at the fair of the Vasaloppet, looked at the finish area and could cheer some runners who took part in the relay vasaloppet today. There I also saw „Gustav Vasa“ – he is the founding father of the race.

In everything that has to do with the race, you can feel that it is a huge spectacle – you only have to remember that Mora, the destination, has considerably fewer inhabitants than the main run participants. And the importance of the race for Sweden is also reflected in the fact that the first Swedish television broadcasts the entire race live on television. All in all it is a great experience and I’m really looking forward to the start, even though I’m very excited. So keep your fingers crossed for me that I can get through the race without breaking my cane and similar problems and can enjoy it despite the expected strains. But the nice thing is that this time I will finally start again with Sven – and as you all know: Shared joy is double joy! Tomorrow we will grow our skis together and try to fall asleep as early as possible.
So keep your fingers crossed for me!